Spielergebnisse vorhersagen durch Datenanalyse: Könnte dies das Pokerspiel verändern? | Unzensuriert.at

Spielergebnisse vorhersagen durch Datenanalyse: Könnte dies das Pokerspiel verändern?

Spielergebnisse vorhersagen durch Datenanalyse: Könnte dies das Pokerspiel verändern? Foto: Pixabay.com / quinonesnaomy
Spielergebnisse vorhersagen durch Datenanalyse: Könnte dies das Pokerspiel verändern?
Foto: Pixabay.com / quinonesnaomy
9. Jänner 2019 - 10:48

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Bereits seit langer Zeit ist beim Pokern das Auswendiglernen der Kartenreihenfolge ein besonderes Werkzeug, welches vor allem bei professionellen Spielern nicht fehlen sollte. Doch wie sieht es mit automatischen oder generell mit Computer-Tools und Diensten aus? Inwiefern beeinflussen diese Tools das Pokerspiel und was ist überhaupt erlaubt? Wir klären auf.

Outs und Odds berechnen

Um herauszufinden, inwiefern sich das eigene Pokerblatt verbessern kann, kommt eine einfache Formel zum Einsatz. Spieler benötigen hierfür lediglich die Outs und Odds und können anhand dieser Zahlen die Wahrscheinlichkeiten für ein besseres Blatt errechnen. Dabei haben auch die verschiedenen Kartenkombinationen bestimmte Wahrscheinlichkeiten, woraus sich eine Rangordnung ergibt.

Die Poker-Wahrscheinlichkeit lässt sich aber auch ganz einfach online berechnen. Jeder ambitionierte Spieler, darunter übrigens auch immer mehr Frauen, sollte dieses “Grundwissen” beherrschen. Mit einem Poker-Rechner können Spieler gewisse Situationen im Spiel “nachstellen” und damit herausfinden, inwiefern Fehler gemacht wurden oder wie sich ein laufendes Spiel positiv beeinflussen lässt.

Genannt werden diese Rechner “Poker Odds Kalkulator”, die in der Regel ohne Download auf verschiedenen Poker-Seiten zur Verfügung stehen.

Erlaubte Poker-Software

Wenn ein Dienst bzw. ein Tool eine Spielstand-Situation wiedergibt (wie z.B. der besagte Odds-Kalkulator), ist das prinzipiell erlaubt. Möglich ist es auch, Tools einzusetzen, die mit statistischem Referenzmaterial arbeiten.

Als weitere Möglichkeit können Spieler beim Poker Dienste und Tools einsetzen, die die numerischen Statistiken während eines Spiels beobachten und den Spielern Informationen übermitteln, die während dieses Spiels generiert wurden.

Welche Poker-Tools sind verboten?

Natürlich ist der Einsatz von Poker-Tools nicht grundlegend verboten, denn rein rechtlich gibt es keine Grundlage. “Spieler können allerdings von den entsprechenden Pokerseiten ausgeschlossen werden, wenn sie beim Betrügen erwischt werden.”, so die Information von 888 Poker. Verboten sind beispielsweise Tools, welches die Startkarten anderen Spielern mitteilt oder sonstige Spielinformationen mit anderen Spielern austauscht. Greift ein Tool auf eine zentrale Datenbank zurück, um von Spielern gespielte Hände oder private Spielresultate abzurufen, ist dies ebenfalls ein Grund, von der Pokerseite ausgeschlossen zu werden.

Weiter geht es mit den Bots, die auch in vielen anderen Spielen Probleme machen. Kommt ein Bot zum Einsatz (um beispielsweise automatisch zu passen), ist dies nicht erlaubt. Verboten ist außerdem “Datamining” und das Nutzen von Tools, die in Echtzeit Kommentare zum Spielstand liefert.

Online gibt es zudem Tools, mit denen Gegner und Ziele manipuliert werden können (Spin & Gos) - auch das ist seitens der Poker-Anbieter verboten.

Pokerspieler von Software geschlagen

Obwohl Pokerspiel noch immer als Glücksspiel bekannt ist, so gibt es mittlerweile Software-Programme, die menschliche Pokerspieler schlagen können - und zwar laut dem Spiegel auch Poker-Profis.

Das Programm beruht auf künstlicher Intelligenz und stammt von einem Wissenschaftler-Team aus Kanada/Tschechien. Rein wissenschaftlich gibt es beim Pokern eine Besonderheit (im Vergleich zu Schach oder Go). Das Spiel besitzt nur unvollständige Informationen. Bei einem Brettspiel geht es jederzeit um die Figuren-Stellung, die für alle sichtbar ist.

Beim Pokern geht es dagegen um die verborgenen Details, Karten des Gegners, die der Spieler nicht sieht. Das Spiel ist daher schwer berechenbar. Bereits in der Vergangenheit gab es Software, die die Wahrscheinlichkeitsrechnung nutzte - Profis waren mit diesen Softwares aber nur schwer zu schlagen.

Der Algorithmus des neuen Tools hat eine Art “Bauchgefühl”, die künstliche Intelligenz. Das war für die Entwickler eine große Herausforderung. “Die verwendeten neuronalen Netze haben so etwas wie Intuition entwickelt. DeepStack könne somit überzeugend bluffen und sei in seiner Spielweise nicht mehr von Menschen zu unterscheiden”, so Christian Bauckhage vom IAIS (Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme) in Sankt Augustin.

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