Netanjahu weist in CNN-Interview Antisemitismus-Vorwurf gegen Orbán zurück | Unzensuriert.at

Netanjahu weist in CNN-Interview Antisemitismus-Vorwurf gegen Orbán zurück

Viktor Orbán auf Besuch bei „seinem lieben Freund“ Benjamin Netanjahu im Juli 2018. Foto: Koszticsák Szilárd/MTI/kormany.hu
Viktor Orbán auf Besuch bei „seinem lieben Freund“ Benjamin Netanjahu im Juli 2018.
Foto: Koszticsák Szilárd/MTI/kormany.hu
29. November 2018 - 2:58

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Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lobte in einem aktuellen Interview mit CNN mehrere europäische Regierungschefs für ihren Kampf gegen Antisemitismus. Konkret nannte er Angela Merkel, Theresa May, Emmanuel Macron, Sebastian Kurz und Viktor Orbán. Bei letzteren beiden hob Netanjahu auch konkrete Schritte hervor: Orbán habe ein Zentrum gegen Antisemitismus gegründet, Kurz eine Konferenz zu diesem Thema veranstaltet.

Linker CNN-Interviewer störte sich an Lob für Orbán

Das Lob für Viktor Orbán kam für den Interviewer sichtlich unerwartet. CNN ist ein linkes Medium, und bei Linken gilt bekanntlich die simple und bequeme Formel: Wer George Soros kritisiert, ist ein Antisemit. Bekanntlich ist der ungarische Ministerpräsident einer der schärfsten Kritiker von Soros, daher bekommt Orbán von Linken besonders häufig das Attribut „Antisemit“ verliehen.

Der Interviewer fragte daher zweimal nach, ob es nicht ein Widerspruch sei, dass Israel mit Ländern wie Ungarn und Polen befreundet sei, deren Regierungschefs „antisemitische Bildsprache“ verwenden würden. Netanjahu gab auf die zweite Nachfrage eine sehr klare Antwort: Er glaube nicht, dass besagte Regierungschefs diese Stereotype verwenden.

Blamage für Unterstützer des Sargentini-Berichts

Die linken Feinde Viktor Orbáns sind nun einigermaßen blamiert. Ihr Antisemitismus-Vorwurf ist offensichtlich haltlos, wenn ihn selbst der Regierungschef des jüdischen Staates zurückweist. Diese Blamage betrifft auch die EU-Abgeordneten, die im September für den Sargentini-Bericht gegen Ungarn gestimmt haben. Dieser Bericht, ein unseriöses und klar ideologisch motiviertes Machwerk, enthält nämlich folgende Passage:

Dennoch richtete der ungarische Ministerpräsident in einer Rede am 15. März 2018 in Budapest polemische Angriffe gegen George Soros, auch unter Verwendung eindeutig antisemitischer Stereotype, die als strafbar hätten eingestuft werden können.

Offensichtlich waren diese „Stereotoype“ doch nicht so eindeutig, da sie nicht einmal in Israel erkannt wurden. Vielmehr handelt es sich dabei um eine weitere haltlose Anschuldigung, wie sie typisch für den Sargentini-Bericht ist.

Sehr gutes Verhältnis zwischen Orbán und Netanjahu

Die Antisemitismus-Vorwürfe gegen Viktor Orbán waren freilich schon vor dem CNN-Interview absurd, denn Orbán und Netanjahu pflegen schon länger ein ausgesprochen freundschaftliches Verhältnis. Netanjahu gratulierte Orbán zu seiner Wiederwahl im April und lud ihn nach Israel ein. Orbán kam der Einladung im Juli nach und bezeichnete seinen Gastgeber dabei als „seinen lieben Freund“. Netanjahu nannte Orbán einen „wahren Freund Israels“.

Der Jude George Soros ist übrigens auch in Israel unbeliebt. Das israelische Außenministerium sprach sich 2017 ausdrücklich dagegen aus, Kritik an Soros zu delegitimieren. Dem Spekulanten wird vorgeworfen, die Regierung Israels zu unterminieren, indem er Organisationen finanziert, die Israel diffamieren und dem jüdischen Staat das Recht auf Selbstverteidigung absprechen.

Netanjahu warnt vor Antisemitismus der radikalen Linken

Das eigentliche Thema des Interviews mit CNN war eine Umfrage in sieben europäischen Ländern zum Thema Antisemitismus in Europa. Diese ergab unter anderem, dass 28 Prozent der Befragten glaubten, die Juden hätten zu viel Einfluss in der Wirtschaft und im Finanzwesen.

Netanjahu bezeichnete Antisemitismus als „chronische Krankheit“. Es gebe in Europa noch immer den alten Antisemitismus der extremen Rechten. Allerdings gebe es daneben auch einen neuen Antisemitismus der extremen Linken. Weiters gebe es „radikal-islamische Inseln“ in Europa, von denen Verleumdungen gegen Israel ausgehen würden.

Vertreter des neuen – also des linksextremen – Antisemitismus würden laut Netanjahu sagen, sie hätten nichts gegen Juden, sondern nur gegen Israel. Das sei jedoch genauso absurd wie zu sagen, man habe nichts gegen Franzosen, sei aber gegen die Existenz Frankreichs. Die Ablehnung des Staates Israel sei in Wahrheit der „ultimative Antisemitismus“.

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