Nach Bootsunglück: "Kurier" belästigt Familie | Unzensuriert.at

Nach Bootsunglück: "Kurier" belästigt Familie

"Kurier"-Redakteur in Kritik: Bundesheersprecher Michael Bauer fordert auf, dass eine Familie nicht mehr vom "Kurier" belästigt wird. Foto: screenshot Twitter Michael Bauer
"Kurier"-Redakteur in Kritik: Bundesheersprecher Michael Bauer fordert auf, dass eine Familie nicht mehr vom "Kurier" belästigt wird.
Foto: screenshot Twitter Michael Bauer
29. September 2018 - 12:10

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Ausgerechnet eines jener Medien, das zuletzt einen "Angriff gegen die Pressefreiheit" kritisiert hat, beweist offensichtlich einmal mehr, wie seriöser Journalismus mit Füßen getreten wird.

Michael Bauer, Sprecher des Bundesheers, hat öffentlich via Twitter den Kurier-Redakteur Patrick Wammerl kritisiert. Wammerl soll zum wiederholten Male versucht haben, eine Familie zu kontaktieren, deren Tochter bei einem Bootsunglück vor vier Wochen in Hainburg schwere Verletzungen erlitten hatte. Warum das Pionierboot des Heeres kenterte und ob es am Fahrverhalten lag, ist bis dato ungeklärt, ebenso, warum nicht sofort nach den zwei vermissten Frauen gesucht wurde und diese erst nach etwa 40 Minuten gefunden und reanimiert wurden. Hinterfragt wird auch die Rolle der eingetroffenen Feuerwehr.

Kurier respektiert Privatsphäre der Eltern nicht

Für sämtliche Medien ist das freilich ein gefundenes Fressen. Dennoch ersuchte eine der Familien ausdrücklich darum, keine Stellungnahme abgeben zu wollen, was vom Kurier einfach nicht respektiert wird. Wörtlich spricht Bauer von einer Belästigung, zumal die Familie mehrmals seit dem 4. September gebeten habe, ihre Privatsphäre zu respektieren.

„Herr Wammerl hat bereits Anfang September die Familie belästigt. Ich habe Frau Salomon (Vize-Chefredakteurin des Kurier, Anm. d. Red.) daraufhin eine E-Mail gesendet. Sie hat zugesichert, dieses Verhalten einzustellen. Nun hat Herr Wammerl wieder damit begonnen. Die Familie hat mich gebeten, auf den Kurier einzuwirken“, stellte Bauer via Twitter klar.

Bereits Anfang September hätten Eltern und Großeltern schriftlich den Wunsch geäußert, nicht mehr belästigt zu werden. „Sie haben dafür Verständnis gezeigt. Leider nur vier Wochen. Wenn die Eltern Nein sagen, dann heißt es Nein“, heißt es von Bauer in einer anderen Nachricht.

Gewohnte Opfer-Täter-Umkehr

Nicht anders zu erwarten, zeigt sich der Kurier uneinsichtig. In einer Opfer-Täter-Umkehr-Manier wird kritisiert, dass Bauer Wammerls Telefonnummer veröffentlicht hätte. Und man beruft sich „auf die journalistische Pflicht“, Fragen zu stellen. Anscheinend gehört es auch zur journalistischen Pflicht des Kurier und anderer Medien, Menschen, die ihre Ruhe haben wollen, weiter zu stalken. Vermutlich jene "Pressefreiheit", wie sie der Kurier versteht?

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