Kein Glücks-Pilz: Liste Pilz schließt Martha Bißmann aus Parlamentsklub aus | Unzensuriert.at

Kein Glücks-Pilz: Liste Pilz schließt Martha Bißmann aus Parlamentsklub aus

Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter: Martha Bißmann ist ab jetzt wilde Abgeordnete. Weder Neos noch SPÖ wollen sie in ihren Klub aufnehmen. Foto: Vojtechjoza / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter: Martha Bißmann ist ab jetzt wilde Abgeordnete. Weder Neos noch SPÖ wollen sie in ihren Klub aufnehmen.
Foto: Vojtechjoza / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
19. Juli 2018 - 22:46

Erst vor einer Woche hatte die Liste Pilz Sebastian Bohrn Mena gekündigt, nun war Martha Bißmann an der Reihe. Am 19. Juli beschloss die Liste Pilz ihren Ausschluss aus dem Parlamentsklub. Damit ist das Kapitel Bißmann für Peter Pilz abgeschlossen – sie wollte nicht auf ihr Mandat zugunsten des Listengründers verzichten und lernte daraufhin ihre grüne Partei so richtig kennen.

Intrigen und Machtspiele in der Liste Pilz

Bißmann will „systematisch gemobbt" worden sein. Während öffentlich erklärt wurde, dass sie nicht aus der Liste Pilz ausgeschlossen werde, stand doch bei jeder Klubsitzung ihr Ausschluss als erster Tagesordnungspunkt zur Diskussion. „Bei jedem falschen Sager, bei jeder Handlung, die den Interessen der Führung durch Mag. Rossmann, Dr. Zinggl und Dr. Peter Pilz nicht passen“, hätte sie mit ihrem Ausschluss rechnen müssen. „Das war mir zu viel“, erklärte die Steirerin – und trat der Darstellung entgegen, sie hätte darauf bestanden, im Klub zu bleiben.

Und erneut erhalten die Österreicher einen tiefen Einblick in die Liste Pilz: Nach den „Widrigkeiten und Repressalien“, sie zum Mandatsverzicht zu bewegen, hätten im Klub „leider Intrigen und Machtspiele dominiert.“ Damit bestätigt Bißmann die Kritik Bohrn-Menas, wonach in der Liste Pilz eine „autoritäre, fast demokratiefeindliche Umgangsweise mit Parteimitgliedern“ herrsche.

Bißmanns Forderungen von Parteikollegen veröffentlicht

Peter Kolba hatte auf Twitter Bißmanns „Punktation“ veröffentlicht, in der weitreichende Forderungen für einen eventuellen Mandatsverzicht zusammengeschrieben waren. So forderte sie den Job als geschäftsführende Parteiobfrau mit einer Funktionsentschädigung in Höhe eines Nationalratsgehalts, die Zusicherung, bei der kommenden EU-Wahl auf Platz 2 oder 1 kandidieren zu können, den Einzug in den Vorstand der Parteiakademie sowie die Zusicherung eines fixen Mandats 2022. Nach Bekanntwerden dieser Forderungen ging es erst so richtig los mit dem parteiinternen Kämpfen. Bißmann verlor, aber bleibt im Nationalrat – wie so oft.

Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter

Der Antrag auf Ausschluss Bißmanns wurde einstimmig gefasst. Bißmann ist ab sofort „wilde Abgeordnete“. Weder Neos noch SPÖ wollen sie in ihre Reihen aufnehmen.

Bißmann könnte übrigens nicht die letzte sein, die von Peter Pilz geschasst wird. Daniela Holzinger hatte anfänglich den Ausschluss Bißmanns verhindert und war auch mit Bohrn-Mena an internen Machenschaften beteiligt.

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