Aus für Kebab in der U6: Stadt kämpft mit Essensverbot gegen erbärmlichen Gestank an | Unzensuriert.at

Aus für Kebab in der U6: Stadt kämpft mit Essensverbot gegen erbärmlichen Gestank an

Apropos strenge Gerüche in "Öffis": Ausländer wickeln ihre Babys auch ungeniert auf den Bus-Sitzen der Wiener Linien.  Foto: Unzensuriert.at
Apropos strenge Gerüche in "Öffis": Ausländer wickeln ihre Babys auch ungeniert auf den Bus-Sitzen der Wiener Linien.
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17. Juli 2018 - 11:15

"Wenn die Welt einmal untergehen sollte, ziehe ich nach Wien, denn dort passiert alles fünfzig Jahre später." Dieser Aphorismus des österreichischen Dirigenten und Komponisten Gustav Mahler fällt einem unweigerlich ein, wenn dem Fahrgast der U-Bahnlinie 6 endlich in Aussicht gestellt wird, ab Herbst das Essen von streng riechenden Speisen wie etwa Kebab zu verbieten. Siehe auch Bericht in ORF "Wien heute".

Stadt Wien zögerte das Problem hinaus

Auf deutsch: Es stinkt erbärmlich in der U6. Aber nicht erst seit diesem Sommer, sondern schon seit mehr als einem Jahrzehnt. Schon damals gab es Vorstöße, Nahrungsmittel in Wiener "Öffis" zu verbieten - doch die Stadt Wien zögerte das Problem hinaus, wollte informieren statt verbieten.

Dass es nun ab Herbst eine Liste mit verbotenen Speisen ausgerechnet für die U6 geben soll (Leberkäse, Pizza, Nudelgerichte und Kebab gelten dabei als fixe Kandidaten), zeigt, dass "Öffi"-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) spät, aber doch erkannt hat, dass diese U-Bahn entlang des Gürtels zur Balkan- und Türkei-Route mutierte und daher von besonders strengen Gerüchen heimgesucht wird.

Keine Sanktionen bei Missachtung des Verbots

Offiziell gibt Sima das nicht zu. Es heißt, dass die U6 großteils oberirdisch fahre - und das lasse die Temperaturen zumindest in den nicht klimatisierten Waggons im Sommer beträchtlich ansteigen, wodurch auch Gerüche besonders intensiv wahrgenommen würden. Wenn das wirklich so ist, fragt man sich freilich, warum dieses Essensverbot dann erst im Herbst und nicht schon im Sommer in Kraft tritt.

SPÖ-Stadträtin Sima ließ offen, ob das Essensverbot auch auf andere U-Bahnlinien ausgeweitet werde. Man wolle erst den Pilotversuch auf der U6 abwarten. Dieser könnte scheitern, weil bei Missachtung des Verbots Strafen nicht vorgesehen seien. Na dann, viel Spaß mit den Neu-Österreichern, die sich ihren "Snack" auf der U-Bahnfahrt kaum wegnehmen werden lassen.

Kostenloses Deo für Fahrgäste

Die Wiener Umweltstadträtin Sima hat aber bereits eine Alternative bereit, sollte der Pilotversuch mit dem Essensbann schief gehen. Am Montag verteilte sie Deodorant-Spender an die Fahrgäste der U6, um zumindest vorübergehend eine bessere Luft in die Waggons zu bringen. Scheitert ihr Pilotversuch mit dem Essensverbot, wird sie diese Aktion wohl täglich durchführen müssen.

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