Kunasek über seine Vorgänger: "Es wird Jahre dauern und viel Geld kosten, das zu reparieren" | Unzensuriert.at

Kunasek über seine Vorgänger: "Es wird Jahre dauern und viel Geld kosten, das zu reparieren"

Manches Gerät des Bundesheeres ist überaltert, etwa die 50 Jahre alten "Alouette III"-Hubschrauber. Foto: Martina Sindhuber / wikimedia.org (CC-BY-SA-2.0-DE)
Manches Gerät des Bundesheeres ist überaltert, etwa die 50 Jahre alten "Alouette III"-Hubschrauber.
Foto: Martina Sindhuber / wikimedia.org (CC-BY-SA-2.0-DE)

Am Dienstag hielt Verteidigungsminister Mario Kunasek im Wiener Hotel Regina vor geladenen Gästen einen Vortrag über „Sicherheitspolitik und Bundesheer -Neu“. Dabei ging er auf die zahlreichen Defizite ein, die er von seinen drei SPÖ-Vorgängern geerbt hat, und nannte Beispiele: Der Hubschrauber Alouette III etwa ist inzwischen 50 Jahre alt, die Ausstattung mancher Kasernen stammt aus dem 1960er Jahren.

"Es fehlt an allen Ecken und Enden"

Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos (2007-2013) habe dem Heer mit seinem Eurofighter-Geschäft ein Kuckucksei hinterlassen, Gerald Klug (2013-2016) blieb unerwähnt, Hans Peter Doskozil (2016-2017) habe Überschriften produziert, aber wenig konkrete Taten. Es fehle daher an allen Ecken und Enden, die Reparatur werde Jahre dauern und viel Geld kosten. Die wichtigsten Vorhaben: Anhebung des Taggeldes auf das Niveau der Mindestsicherung, neues Dienstrecht, Grundausstattung des einzelnen Soldaten, Aufbau eigener Transportkapazität, leistungsfähige Miliz.

Seit 15 Jahren erstmals wieder Berufssoldat an der Spitze des Heeres

Als Unteroffizier mit jahrelanger Berufserfahrung weiß Kunasek sehr genau, wo und wie Prioritäten zu setzen sind, und bat die Anwesenden vor allem um politische Unterstützung. Unter den 16 österreichischen Verteidigungsministern seit Gründung des Bundesheeres 1956 gab es vor Kunasek nur drei Berufssoldaten, zuletzt Herbert Scheibner (FPÖ/BZÖ) von 2000 bis 2003. Manche wie etwa Darabos hatten nicht einmal ihren Wehrdienst abgeleistet.

Kasernen sollen zu "Sicherheitsinseln" ausgebaut werden

In der anschließenden Diskussion kamen die vor Kurzem vorgestellten Sicherheitsinseln innerhalb ausgewählter Kasernen zur Sprache: Diese „Inseln“ sollen im Krisenfall zunächst das Bundesheer mit Treibstoff, Strom und Verpflegung versorgen, in der weiteren Folge auch die Blaulicht-Organisationen: Polizei, Feuerwehr, Rettung. Erst in einer späteren Phase soll auch für die Zivilbevölkerung vorgesorgt werden. Das Konzept dient dazu, Mittel für die dringend erforderliche Sanierung der Kasernen bereitzustellen. Ob sich Innenministerium und Sozialministerium an den Kosten der Bevorratung beteiligen, konnte vorerst nicht beantwortet werden.

Gute Ausbildung muss veraltetes Gerät wettmachen

Trotz veralteten Geräts findet sich das Bundesheer immer wieder im Spitzenfeld internationaler Wettbewerbe.Zuletzt erkämpften sich Anfang Juni Soldaten des Panzerbataillons 14 aus Wels bei der "Strong Europe Tank Challenge" mit ihren Leopard 2 A4 den dritten Platz hinter Deutschland und Schweden, noch vor USA, Frankreich, Großbritannien und anderen - unzensuriert berichtete. 2017 schaffte man sogar Platz eins - mit den ältesten Panzermodellen aller Beteiligten. Der Leopard 2 A4 stammt aus den 1980er-Jahren...

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