#Einzelfall: Islamisten spielten "Familie" beim IS - zweiter Prozess gegen Bosnier in Graz

Am Landesgericht Graz kamen beim zweiten Prozess gegen die Islamisten haarsträubende Details ans Tageslicht. Foto: H.Moschitz - S.Partl / wikimedia.org (CC-BY-3.0)
Am Landesgericht Graz kamen beim zweiten Prozess gegen die Islamisten haarsträubende Details ans Tageslicht.
Foto: H.Moschitz - S.Partl / wikimedia.org (CC-BY-3.0)
13. Juni 2018 - 19:24

Im Grazer Straflandesgericht sind am Dienstag zwei Paare zu Strafen knapp unter dem Höchstmaß verurteilt worden. Ihnen wurden die Verbrechen terroristische Organisation und kriminelle Vereinigung sowie Quälen und Vernachlässigen von Minderjährigen vorgeworfen. Sie sind mit ihren Kindern nach Syrien gegangen, um sich der Terrororganisation islamischer Staat (IS/Daesh) anzuschließen. Die beiden Paare - gebürtige Bosnier, aber österreichische Staatsbürger - waren Anhänger eines radikal-islamistischen Glaubensvereines in Graz. Sie lebten mit ihren insgesamt neun Kindern in der Steiermark, beschlossen aber im Dezember 2014, nach Syrien zu ziehen und sich dem IS anzuschließen. ie Eltern sollen zusammen mit ihren kleinen Kindern grausame Propagandavideos „wie Fußballspiele“ angeschaut haben, das sei „so eine Art Familienunterhaltung“ gewesen, prangerte der Staatsanwalt an. Wiederholt beschrieb der Ankläger auch, dass die Kinder nicht nur Bombenangriffen ausgesetzt waren, sondern sogar die kleinen Mädchen, damals acht oder neun Jahre alt, bereits einen Niqab, darüber einen Schleier und Handschuhe tragen mussten - bei über 40 Grad Hitze. Im zweiten Prozess wurden nun die Haftstrafen der ersten drei Angeklagten von jeweils zehn Jahren auf neun Jahre und neun Monate (39-Jähriger), neun Jahre und drei Monate (40-Jährige und 50-Jähriger) sowie acht Jahre und drei Monate herabgesetzt. Alle vier gingen sofort in Berufung... mehr

Hier alle Einzelfälle vom Juni 2018.

Weitere Einzelfälle vom 13. Juni:

Wien: Afrikaner stoppte U-Bahn mit ausgespuckten Drogenkugeln
Für die Sicherstellung von Drogenkugeln ist am Dienstag Nachmittag in der U-Bahn-Station Jägerstraße in Wien-Brigittenau ein einfahrender Zug angehalten worden. Ein 19-jähriger Afrikaner hatte das zum Verkauf abgepackte Suchtgift wegen einer drohenden Polizeikontrolle auf das Gleis gespuckt und einige weitere Kugeln verschluckt. Auf den Gleisen wurden 27 Kugeln sichergestellt, beim Inhalt dürfte es sich um Kokain handeln. Im Magen des Dealers fanden sich ebenfalls erhebliche Mengen an Drogen. Der Nigerianer wurde festgenommen und gab regelmäßigen Drogenhandel und satte Gewinne zu... mehr

Wien: Mädchenmörder soll sich Schulkameraden anvertraut haben, die nicht zur Polizei gingen
Die Mordermittler dürften  Robert K. am Mittwoch noch einmal einen Besuch in der U-Haft abgestattet haben. Sie hatten noch offene Fragen an den 16-jährigen mit tschetschenischen Wurzeln, der vor rund einem Monat die siebenjährige Hadish getötet haben soll. Denn der Bursche dürfte sich nach der Tat sehr wohl anderen Personen anvertraut haben – nämlich zwei Mitschülern. Außerdem soll ein Nachbarsbub  die Leiche des Opfers gesehen haben. Zur Polizei dürfte allerdings keiner der mutmaßlichen Mitwisser gegangen sein – obwohl zu diesem Zeitpunkt die Verwandten des Mädchens verzweifelt nach ihm suchten... mehr

Wien: Bosnier knackten Autos und druckten sich gleich neue Zulassungen
Eine Bande aus Bosnien soll im Vorjahr allein in Wien fünf Autos gestohlen haben. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, zwei Männer sind auf der Flucht. Die Autoknacker gingen bei ihren Taten immer nach demselben Muster – und äußerst professionell vor. Zuerst wurden die Fahrzeuge per "Schlosspicker" beschädigungslos geöffnet. Per Laptop und Spezialsoftware wurde ein neuer Funk-Schlüssel "angelernt". Fanden die Verdächtigen keinen Zulassungsschein im Auto, wurde dieser gleich mit einem Spezialdrucker und gestohlenen Blanko-Dokumenten an Ort und Stelle gefälscht. Danach holten Fahrer die Autos ab und verschoben sie nach Bosnien. In den falschen Fahrzeugpapieren waren die gestohlenen Kennzeichen schon angeführt – somit war der Diebstahl für die Polizei zunächst schwer zu erkennen... mehr

Wien: Slowaken-Duo war monatelang als Straßenräuber unterwegs
Zwei in Haft befindliche Slowaken (18, 19) stehen im Verdacht, von 25. Februar 2018 bis 8. Mai in den Bezirken Leopoldstadt, Favoriten, Simmering und Liesing zumindest sieben Raubüberfälle begangen zu haben. Die Tatverdächtige bedrohten ihre Opfer mit Gewalt, wendeten Gewalt an (Stoßen und Würgen) und verwendeten auch ein Messer bei den Taten. Die beiden Tatverdächtigen verübten die Raubüberfälle auf offener Straße, in Stiegenhäusern von Mehrparteienwohnhäusern und auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein von ihnen ebenfalls beraubter Zwölfjähriger erkannte die beiden wenig später auf der Straße wieder und rief die Polizei. Die Polizei sucht nun nach weiteren Geschädigten... mehr mit Fotos

Traiskirchen (NÖ): Asylwerber wollte Kontrahenten mit Rasierklinge Hals aufschlitzen
Am Dienstag eskalierte in einer Betreuungsstelle in Traiskirchen (Bezirk Baden) ein Streit zwischen zwei Asylwerbern. Ein 21-Jähriger aus dem Jemen attackierte einen 23- jährigen Syrer. Mit einer Rasierklinge schnitt er seinen Kontrahenten in den Hals. Andere Asylwerber und Wachleute gingen dazwischen und verhinderten Schlimmeres. Der 23-Jährige erlitt eine Schnittwunde und wurde in der Betreuungsstelle versorgt. Über den 21-Jährigen wurde von der Polizei ein Betretungsverbot verhängt. Er wird wegen schwerer Körperverletzung und schwerer Nötigung angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt lieferte den 21-Jährigen zur U-Haft in die Justizanstalt ein. Quelle: heute.at

Suben (OÖ): Drei international gesuchte Kriminelle von Autobahnpolizei geschnappt
Gleich drei international gesuchte rumänische Staatsangehörige sind der Autobahnpolizei bei der Kontrolle eines Autos am Dienstag in der Nähe von Suben im Bezirk Schärding geschnappt worden. Unter ihnen eine 49-Jährige, die acht illegale Bordelle betrieben haben soll. Die Frau gilt auch als Kopf einer kriminellen Organisation und wurde festgenommen. Sie wird in Dänemark gesucht und soll auch dorthin ausgeliefert werden. Mit ihr im Auto saß noch ein ebenfalls 49-Jähriger, gegen den in Österreich wegen mehrerer Eigentumsdelikte ein Aufenthaltsverbot besteht. Der dritte Fahrgast (27) wurde von den italienischen Behörden - auch wegen Eigentumsdelikten - zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben. Quelle: orf.at

Salzburg: Afghane stach Landsmann fast tot - zehn Jahre Haft
Wegen versuchten Mordes ist Dienstag Nachmittag ein Afghane (19) zu zehn Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Der einschlägig Vorbestrafte soll im Sommer 2017 im Bahnhofsviertel einen Landsmann niedergestochen haben. Die blutige Auseinandersetzung ereignete sich am 2. August 2017 in einem Hinterhof im Salzburger Bahnhofsviertel. Zwischen den beiden Männern war es zu einer „Aussprache“ gekommen, weil das spätere Opfer angeblich herumerzählt hatte, dass der damals noch 18-Jährige mit Drogen handle. Das Opfer erlitt beim Kampf zumindest eine Stich- und mehrere Schnittverletzungen am Hals und im Brustbereich. Laut Staatsanwalt war eine der Verletzungen lebensbedrohlich, auch ein Stich in den Hals könne das Leben jederzeit gefährden... mehr

Klagenfurt: Hohe Haftstrafe für Tschetschenen nach lebensgefährlicher Messerattacke
Ein 22-jähriger Tschetschene ist am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt wegen absichtlich schwerer Körperverletzung zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Er soll zwei Männer mit einem Messer attackiert haben. Der Mann bestreitet die Tat. Der mehrfach einschlägig Vorbestrafte soll laut Anklage versucht haben, einen Afghanen mit mehreren Messerstichen zu töten, er überlebte nur knapp nach einer Notoperation. Einen zweiten verletzte er am Kopf. Das Urteil ist nicht rechtskräftig... mehr

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