"Was da an Geld verschossen wird!" - AMS-Kursleiter packt über Schulungen aus | Unzensuriert.at

"Was da an Geld verschossen wird!" - AMS-Kursleiter packt über Schulungen aus

Externe Kursanbieter mit besten Kontakten in die Politik sind mit AMS-Schulungen reich geworden (Symbolbild). Foto: geralt / pixabay.com
Externe Kursanbieter mit besten Kontakten in die Politik sind mit AMS-Schulungen reich geworden (Symbolbild).
Foto: geralt / pixabay.com
4. Juni 2018 - 14:18

Die ÖVP-FPÖ-Regierung evaluiert, hinterfragt und kürzt Ausgaben, wo es längst an der Zeit ist. Das gefällt den Profiteuren der vergangenen Jahre, die sich unter der SPÖ-Kanzlerschaft ihr Bett gut gepolstert haben, natürlich gar nicht.

Schulungen als lohnendes Geschäft

Wie notwendig solche Maßnahmen aber sind, zeigt einmal mehr ein Bericht in der Kronen Zeitung, in dem ein früherer Kursleiter auspackt und wörtlich von einem "lohnenden Geschäft mit AMS-Schulungen" spricht.

AMS-Kurse, von Sprachinstituten oder privaten Vereinen durchgeführt, würden nicht nur vom Rechnungshof mehrfach kritisiert, sondern stellten eine "wahre Goldgrube" für Kursanbieter dar. Die Krone schreibt:

„Was da an Geld verschossen wird“, so der anonyme Informant, der in seinen vielen Jahren als Trainer so manchen „Irrsinn“ rund um die AMS-Kurse bei verschiedenen Instituten hautnah miterleben durfte. Er spricht von rund 500 bis 600 Euro, die pro Teilnehmer für einen „normalen Coaching-Kurs“ lukriert würden - exklusive diverser Zulagen und Pauschalen, etwa für Arbeitsmaterialien. Welche Summe von den bis zu 600 Euro letztlich als Gewinn verbucht wird, darüber hüllen sich die Institute in Schweigen. Oder sind gar darum bemüht, die Beträge in der Öffentlichkeit möglichst runterzuspielen.

441 Millionen für externe Kursanbieter

Angesichts solch beachtlicher Pro-Kopf-Summen verwundert es jedenfalls nicht, wenn das AMS für Bildungsmaßnahmen, die an externe Kursanbieter vergeben werden, laut eigenem Geschäftsbericht im Jahr 2016 den gewaltigen Betrag von 441 Millionen Euro ausgegeben hat.

Lukratives Geschäftsmodell durch Verbindungen in die Politik

Aufhorchen lässt der anonyme Informant auch mit der Feststellung, dass bestens in die Politik vernetzte Unternehmen fast die Hälfte des "AMS-Kuchens" abschneiden. Für manchen Kursanbieter sei dieses System mit den richtigen Verbindungen in die Politik geeignet gewesen, ein lukratives Geschäftsmodell aufzubauen.

Wenn die ÖVP-FPÖ-Regierung nun genauer hinschaut auf solche Machenschaften und Änderungen zugunsten der Steuerzahler beschließt, versuchen Oppositionspolitiker, allen voran SPÖ-Chef Christian Kern, Panik und Falschmeldungen wie "bei den Ärmsten wird gespart" zu verbreiten.

Tatsächlich aber geht es auch beim AMS darum, das Geld möglichst effizient einzusetzen, statt es privilegierten Firmen zuzuschanzen oder regelrechte "Deppenkurse" zu finanzieren. 

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