Kardinal Marx & Co. zum Trotz: Kreuz als Symbol kultureller Identität auf der ganzen Welt präsent

Ein Beispiel von vielen: Der britische "Union Jack" besteht aus einer Kombination von Kreuzen. Foto: Surendra Singh Shekhawat / pexels.com
Ein Beispiel von vielen: Der britische "Union Jack" besteht aus einer Kombination von Kreuzen.
Foto: Surendra Singh Shekhawat / pexels.com

Zum Auftritt des Erzbischofs von München und Freising und Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, gegen den Beschluss der bayerischen Staatsregierung, in öffentlichen Gebäuden seien Kreuze anzubringen, wagte doch ein scheinbarer Finsterling, offensichtlich unerleuchtet vom „Geist des II. Vatikanischen Konzils“ die Unterstellung: „Das hat der Erzbischof von München und Freising in einer ersten wenig erleuchteten Wortmeldung von sich gegeben“. Wie heißt nun dieser mutmaßliche, vorkonziliare Finsterling?

Zweiter Spitzengeistlicher kritisiert Marx und Schönborn

Ist’s vielleicht ein besonders unaufgekärter AfD-Fortschrittsfeind, ein hartnäckiger Anhänger der allenthalben expandierenden Priesterbruderbruderschaft St. Pius X.? Abgesehen von gewissen Theorien betreffend die mutmaßliche Anhängerschaft bis Mitgliederschaft solcher Organisationen in den Vatikan hinein muss man selbiges erst einmal verneinen. Es handelt sich nämlich um die Beurteilung Seiner Exzellenz Dr. Georg Gänsweins, Erzbischof seines Zeichens, persönlicher Sekretär von Papst Benedikt XVI. und Präfekt des Päpstlichen Hauses.

Damit ist Gänswein nach Nuntius Dr. Peter Stephan Zurbriggen bereits der zweite katholische Spitzengeistliche, der Kardinal Marx und damit implizit auch Kardinal Christoph Schönborn als betont „politisch korrekten“ Kirchenfürsten öffentlich solcherart eine mitbrüderliche Ohrfeige verabreichte.

Querschnitt durch die Welt der Kreuze

Tatsächlich ist die Attacke von Kardinal Marx wie anderer amtskirchlicher Theologen gegen das Kreuz als Symbol kultureller Identität schon für sich mehr als verwunderlich. Ein kurzer Blick in die internationale Gemeinschaft macht deutlich, dass eine große Zahl von Staaten und substaatlichen Körperschaften das Kreuz in der Fahne bzw. im Wappen führt.

So führen mit Ausnahme Grönlands, alle im "Nordischen Rat"  zusammengeschlossenen Staatswesen, also Island, Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Äland und Färöer das Kreuz in ihrer nationalen Fahne. Ganz offensichtlich stößt das Kreuz in diesen nordischen Demokratien und Sozialstaaten als Symbol nationaler Identifikation auf keine Schwierigkeiten, außer wahrscheinlich bei ein paar besonders radikalen Islamisten.

Das weiße Kreuz der Schweiz stört dort niemanden

Mitten in Europa kommt es aber für Kardinal Marx und Co. als Gegner des Kreuzes als eines öffentlich geehrten Symbols nationaler bzw. kultureller Identität sowieso schlimm. Die oft als Musterland der Demokratie gepriesene Schweiz führt in ihrer Fahne ganz selbstverständlich das weiße Kreuz auf rotem Hintergrund (ohne dass dies einen internationalen Aufschrei provoziert hätte).

Ganz ähnlich verhält es sich mit den beiden Hauptbestandteilen Großbritanniens, England und Schottland. Bildet bei erstem das rote St. Georgs-Kreuz auf weißem Hintergrund die Nationalfahne, so ist es in Schottland unbestritten das weiße Andreaskreuz auf blauem Hintergrund. Auch aus der Fahne Nordirlands ist das Kreuz nicht wegzudenken, wobei auch dem Schrägkreuz des heiligen Patrick eigens Respekt erwiesen wird.

"Union Jack" besteht gleich aus mehreren Kreuz-Formen

Die verschiedenen Formen eines christlichen Kreuzes ergeben zusammen den "Union Jack" des Vereinigten Königreiches, wie es offiziell heißt „von Großbritannien und Nordirland“ Dieser "Union Jack" als Kombination verschiedener Formen des Kreuzes christlicher Tradition fand und findet Eingang in die Fahnen verschiedener Staaten und Territorien. Man denke nur an Australien, Neuseeland, die Cook Inseln und die Republik der Fidschi Inseln. Hat da mit der Verwendung von gleich mehreren miteinander verbundenen Kreuzen als nationalem Symbol jemand ein Problem, außer vielleicht extremen Islamisten und politisch-theologisch besonders korrekten Vertretern des „Geistes des II. Vatikanischen Konzils“?

Von Georgien bis in die Karibik: Überall Kreuze

Nun, solchen Herrschaften dürften die nationalen Fahnen einer Reihe weiterer Vollmitglieder der Vereinten Nationen dann echt übel aufstoßen. Denken wir nur neben schon genannten Nationen an Dominica, die davon zu unterscheidende Dominikanische Republik, Georgien, Griechenland, Malta, Slowakei, Tonga und Tuvalu. Überall und immer wieder: das Kreuz als unbestrittenes Symbol nationaler, kultureller Identität, unabhängig von religiösen Empfindungen etwaiger Bürger und Bewohner!

Regionen, Bundesländer und Städte führen ganz selbstverständlich über den Globus hinweg das Kreuz in Fahne bzw. Wappen. Man blicke bezüglich des italienischen Staatsverbandes nur auf die (Autonomie-)Regionen von Sardinien, Ligurien und Piemont. Freunden besonderer christlicher Überlieferung samt Kreuz in der Heraldik mag längst die spanische Autonomieregion Galicien ans Herz gewachsen sein. Selbst im streng laizistisch-antiklerikalen Frankreich verzichtet man in Regionen nicht aufs Kreuz als Zeichen eigener Identität, was Okzitanien und Auvergne-Rhone-Alpen jeweils eindrucksvoll bezeugen. Möchten Kardinal Marx und Co. nun antiklerikaler als die 5. Republik Frankreichs sein?

Fünf österreichische Bundesländer mit Kreuz im Wappen

Nun, dann werden solchen Gegner des christlichen Kreuzes im öffentlichen Leben die Wappen österreichischer Länder wie Burgenland, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und Wien gleichfalls ziemlich gegen den Strich gehen. Das gleiche gilt für das Stadtwappen von Barcelona und das davon nicht zu trennenden Wappen des FC Barcelona. Nirgends fragt man einen Kardinal Marx oder einen Kardinal Schönborn, ob man solchermaßen das Kreuz als Zeichen eigener Identität überhaupt verwenden dürfe! Das ist wohl auch gut so.

Salvini, Strache und Söder brauchen sich keine Sorgen machen

Dazu kommt noch die Verwendung der Namen christlicher Heiliger in den Namen von Dörfern, Städten bis hin ganzer Mitgliedsnationen der internationalen Gemeinschaft. Offensichtlich ist es in der ganzen internationalen Gemeinschaft nicht weit her mit dem von betreffenden amtskirchlichen Theologen so gerne beschworenen „Geist des II. Vatikanischen Konzils“. Na dann müssen sich wohl Matteo Salvini, Heinz-Christian Strache und in deren Gefolge auch Markus Söder nicht so schnell Sorgen machen, wenn sie für das Kreuz in der Öffentlichkeit auftreten.

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