SPÖ-Ludwig will Wien als Digi-Hauptstadt, den „Supergreißler“ und eine neue Halle

Der designierte Bürgermeister Michael Ludwig diskutierte mit den Mitgliedern des erweiterten Parteivorstands die Zukunft Wiens. Die Ergebnisse sind bescheiden. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Der designierte Bürgermeister Michael Ludwig diskutierte mit den Mitgliedern des erweiterten Parteivorstands die Zukunft Wiens. Die Ergebnisse sind bescheiden.
Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
19. März 2018 - 7:48

Am 15. und 16. März fand die zweitägige „Zukunftsklausur“ der Wiener SPÖ statt. Rund 60 Mitglieder des erweiterten Parteivorstands, darunter auch Ludwigs Vorgänger Michael Häupl, wollten „weitreichende Visionen“ und „konkrete Themen“ auf dem Kahlenberg besprechen.

Wie diese „weitreichenden Visionen“ aussehen, präsentierte der neue Parteivorsitzende Michael Ludwig im Anschluss.

Besonders intensiv sei bei der rein internen Veranstaltung über Digitalisierung diskutiert worden. Ludwig will Wien zur „Digi-Hauptstadt Europas“ machen. Aha. Der Wähler fragt sich, welche Partei sich gegen Digitalisierung ausspricht.

Heimatgefühl im Grätzel – wie, wenn „Wien anders bleibt“?

Ein weiterer Themenschwerpunkt war die Aufwertung der Bezirke und Grätzeln. „Wien bleibt anders und wird um vieles besser“, meinte Ludwig, womit er wohl auch klarlegte, dass an der Überfremdung nicht gerüttelt werde. „Wir sind eine der Städte mit der höchsten Zuwanderung, natürlich ist das eine Herausforderung.“ Ihm sei wichtig, dass es eine Hausordnung für die ganze Stadt gibt. Nun – Hausordnung gibt es, nur halten sich die neuen Stadtbewohner nicht daran, weil ihnen die Hausordnung egal ist. Wie Ludwig dabei das „Heimatgefühl in den Grätzeln“ stärken will, bleibt spannend. In manchen Grätzeln Wiens lebt ja ohnedies ein Heimatgefühl, aber ein anatolisches.

In der "Zukunftsklausur" wurde sodann die Nahversorgung behandelt. Eine Art „Supergreißler“ soll nicht nur „Güter des täglichen Lebens“ verkaufen, sondern auch als Kommunikationszentrum fungieren, wo Postwege erledigt werden können.

Konkret wurde Ludwig mit einer Ankündigung, nämlich dem Bau einer mehrfach nutzbaren Halle für Sportvereine und Sportorganisationen, „die nicht immer so im Fokus stehen“ (was immer das bedeuten soll). Die Halle solle aber auch für kulturelle Zwecke nutzbar sein. Für welche? Wien besitzt bereits ein großes Angebot an kulturellen Veranstaltungsorten und trägt dafür die Kosten.

Fazit: Die Visionen blieben aus

Nach Bekanntwerden der doch bescheidenen Ergebnisse der „Zukunftsklausur“ fragte die Klubchefin der Wiener Neos, Beate Meinl-Reisinger, in einer Pressemitteilung zu Recht: „Wo sind die Antworten auf die drängenden Herausforderungen unserer Stadt?“

Die da wären: Was für eine Stadt will Wien in zehn Jahren sein? Wer wird sich in Wien integrieren müssen – die Wiener an die neuen Mehrheiten in den Grätzeln? Wie sollen die vielen Sozialleistungen von immer weniger Leistenden für immer mehr Bezieher finanziert werden? Wo bleibt hier die Fairness, mit der die SPÖ in der Vergangenheit in den Wahlkampf zog? Wann hören Misswirtschaft – Stichwort Krankenhaus Nord – und Geldverschwendung – Stichwort Förderungswesen – in Wien auf?

Auf all diese Fragen blieb Michael Ludwig die Antwort schuldig.

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