Baldiger bayerischer Ministerpräsident erklärte: Der Islam gehört zu Bayern

Der Koran: Lange Zeit orientalisches Glaubensbuch, heute ein Teil Bayerns Foto: Metropolico.org/ flickr (CC BY-SA 2.0)
Der Koran: Lange Zeit orientalisches Glaubensbuch, heute ein Teil Bayerns
Foto: Metropolico.org/ flickr (CC BY-SA 2.0)
10. Dezember 2017 - 9:06

Sie galt seit ihrem Bestehen als die konservative kleine Schwester der CDU. Sie repräsentierte die Bayern als ganz besonderes deutsches Völkchen, sei es in ihrem Traditionsbewusstsein, ihrer Geschichte oder ganz einfach in ihrer herzlichen „Bier und Weißwurst“-Kultur. Die Rede ist von der Christlich-Sozialen-Union, jener Partei, welche seit 1957 ununterbrochen den bayrischen Ministerpräsidenten stellt. Doch das alte Bild der unbesiegbaren CSU bekommt immer mehr Risse.

Söder wird neuer Ministerpräsident

Horst Seehofer, CSU-Urgestein und bayrischer Ministerpräsident, stand die letzten Monate immer wieder in der Kritik, da er viele Wahlversprechen aufgegeben hat und sich letzten Endes wieder der umstrittenen Kanzlerin Merkel zugewandt hat. So versprach er seinen Wählern eine Flüchtlingsobergrenze von 200.000, diese gab er jedoch in den Koalitionsverhandlungen zugunsten  vor allem der Grünen auf, es sollte nun ein „flexibler Richtwert“ sein. Auch damit konnte Seehofer ─ dank der FDP ─ Jamaika nicht retten.

All das gipfelte schließlich vor wenigen Tagen darin, dass Seehofer zwar als Parteichef bleibt, jedoch als Ministerpräsident den Weg für Markus Söder freimachen wird.

Söder bewies sich als Islam-Freund

Ob die CSU aus ihren Fehlern gelernt hat und sich nun ihrem konservativen Wählerklientel zuwenden wird, bleibt fraglich. So hat Söder auf einer Kundgebung 2012 noch ausdrücklich betont, dass der Islam zu Bayern gehöre. Dort ließ er sich gemeinsam mit Moslems auf der Bühne ablichten, welche ihre Gebetsgesänge vollführten, wie damals etwa der Münchner Merkur berichtete  Es ist also durchaus damit zu rechnen, dass Söder, welcher als größerer Freund der CDU und der SPD gilt, einen noch linkeren Weg einschlagen wird als Seehofer.

CSU steht mit dem Rücken zur Wand

Dabei sieht es in den Umfrageergebnissen für die CSU mehr als bitter aus. Holten sie in der letzten Landtagswahl 2013 noch mit fast 48 % die absolute Mehrheit an Sitzen, so sieht es Ende 2017 ganz anders aus. In der aktuellsten repräsentativen Umfrage ist sie um über 10 % auf 37,5 % abgestürzt. Vor allem die AfD ─ laut der Umfrage bei 14 % ─ holt immer weiter auf. Die Landtagswahlen nächstes Jahr dürften also sowohl für Seehofer und Söder als auch für die CSU insgesamt schicksalsentscheidend sein. 

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