Erhard Busek im ARD-Interview: ÖVP geht mit Sebastian Kurz großes Risiko ein | Unzensuriert.at

Erhard Busek im ARD-Interview: ÖVP geht mit Sebastian Kurz großes Risiko ein

Erhard Busek gab dem ARD-Korrespondenten Darko Jakovljevic ein Interview zur Person Sebastian Kurz. Foto: Franz Johann Morgenbesser / Wikimedia CC BY-SA 2.0
Erhard Busek gab dem ARD-Korrespondenten Darko Jakovljevic ein Interview zur Person Sebastian Kurz.
Foto: Franz Johann Morgenbesser / Wikimedia CC BY-SA 2.0
9. Oktober 2017 - 13:56

Der frühere ÖVP-Vizekanzler Erhard Busek ist bekannt dafür, dass er sich kein Blatt vor den Mund nimmt und der eigenen Partei auch unangenehme Dinge ausrichtet. Vor kurzem wurde er vom deutschen Sender ARD befragt, was er von Sebastian Kurz hält. Hier seine Expertise:

Es ist nicht genau erkennbar, wofür er steht. Die Ausformulierung seiner Politik und seiner Linie ist noch nicht klar.
Er hat ein außenpolitisches Problem, dass er zu den Nachbarländern eigentlich dazu beigetragen hat, dass wir mehr Spannungen haben.
Das Verhältnis zu Ungarn ist ein gewisses Problematisches, wobei man fairerweise sagen muss, Orban hat Recht gehabt, dass die EU die Grenzen nicht kontrolliert hat. Diese Kritik an Frontex ist berechtigt.

"Vermisse Linie der Bundesregierung in der Außenpolitik"

Erhard Busek vermisst in der Außenpolitik die Linie der Bundesregierung und auch des Sebastian Kurz, die anderen aufzusuchen und sie zu motivieren, für gemeinsame Lösungen zu suchen.

Auf die Frage, ob Kurz das Zeug für einen Bundeskanzler habe, ob ihm dazu nicht noch eine gewisse Reife, ein gewisses Lebensalter fehle, antwortete Busek:

Ein gewisses Alter und Erfahrung ist sicher nützlich. Das ist aber nicht eine Art Vorbedingung... Die wirklich interessante Frage wird sein, bringt er ein Programm zustande, dass die nötige Breite hat und die nötige Tiefe hat.

Scheitert Kurz als Kanzlerkandidat, studiert er fertig

Wenn Kurz es nicht schaffen würde, Kanzler zu werden, wäre es sein geringstes Problem. Er sei so jung, dass er dann aus der Politik ausscheiden, sein Studium fertig machen könne und eine Stelle, die ihm sicher angeboten werden würde, annehmen werde.

Schwieriger aber sei es für die Volkspartei:

Was bleibt von ihr zurück, wie übersteht sie das? Wie findet sie eine entsprechende Form, wie es weitergeht. Die Risikoseite ist eigentlich für die ÖVP höher als für Sebastian Kurz.

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