Mit Attacke auf Gabalier: EAV übt tätige Reue vor dem politisch korrekten Establishment! | Unzensuriert.at

Mit Attacke auf Gabalier: EAV übt tätige Reue vor dem politisch korrekten Establishment!

In ihren Texten selbst politisch unkorrekt, abseits der Bühne dafür umso eifriger im Kritisieren anderer: Erste allgemeine Verunsicherung (EAV). Foto: Wolfgang H. Wögerer, Wien / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
In ihren Texten selbst politisch unkorrekt, abseits der Bühne dafür umso eifriger im Kritisieren anderer: Erste allgemeine Verunsicherung (EAV).
Foto: Wolfgang H. Wögerer, Wien / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
6. November 2016 - 18:22

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"EAV-Musiker Thomas Spitzer vergleicht Gabalier mit Hitler!" war vor rund zwei Wochen zu lesen. Und dann nimmt man Bezug auf ein Interview mit Spitzer in der Zeitung Österreich: „Ich habe nichts gegen Gabalier. Jemand, der vor 70.000 Fans spielt, der muss gut arbeiten. Respekt. Aber auch Hitler hat viele Fans gehabt - oder der Papst.“ Man fragt sich, wieso der EAV-Musiker in einer solchen tiefen Art und Weise seinen Musikerkollegen verunglimpfen muss. Ein Blick in die Vergangenheit dieser Band und was die seinerzeit so von sich gegeben haben, könnte da eine mögliche Erklärung sein.

"Heite gemma Nega schau'n, des wird a Trara!"

Die 1977 noch als echte Underground-Band mit Leadsänger Wilfried Scheitz gegründet Erste allgemeine Verunsicherung, kurz EAV, erfreute sich später, in den achtziger und neunziger Jahren, nicht nur in Österreich, sondern im gesamten deutschsprachigem Raum größter Beliebtheit. Ihre Hits und Ohrwürmer waren originell, teilweise richtige Ohrwürmer, nur eines waren sie nicht: politisch korrekt - man denke nur an den Thailand-Sexurlauber Mr. Maier oder an das "Neger schauen" des Massa in Mombasa mit Riesen-Tutti in Dschibuti. Des woar a Trara!

EAV-Texte alles andere als politisch korrekt

Damals störte das niemanden, nur heute im 21. Jahrhundert, hat man sich ja auch noch für das zu schämen, was man früher zum Besten gab oder geben durfte, aber aus heutiger Sicht anstößig ist. Und die Moral dieser „fortschrittlichen“ und „weltoffenen“ Gesellschaft, wie wir sie heute erleben, wird bekanntlich zunehmend rückwirkend angewendet. 

Die Musiker der EAV sind heute ältere Herren um die 60, und wenn man, wie Klaus Eberhartinger, beim Staatssender ORF Karriere macht (etwa als Moderator der „Dancing Stars“), ist man in bester DDR-Manier schon verpflichtet zu zeigen, wo man steht (vergleiche das DDR-Kampflied „Sag mir wo du stehst“).

Nazikeule gegen wirtschaftlich unabhängigen Musiker

Und nachdem der Sänger Andreas Gabalier, der offensichtlich finanziell unabhängig und nicht auf Versorgungsaufträge als Staatskünstler angewiesen und unseren aktuell den Ton angebenden Eliten aufgrund seiner politisch unkorrekten Aussagen ein Dorn im Auge ist, muss ausgerechnet ein Mitglied der vormals erfolgreichen Band EAV diesen populären Sänger beflegeln. Und dabei  entblödet man sich nicht, ihn sogar mit Hitler in Verbindung zu bringen! 

In diesem Fall hat man die Nazikeule aus der untersten Schublade linker Klitsches hervorgezaubert: Unpassend, gemein, nicht zutreffend, einfach widerlich, aber typisch für mittlerweile offensichtlich systemabhängige Künstler.

Die unkorrekten Lieder der EAV

Aber wofür muss sich die EAV aus heutiger Sicht schämen, was könnte die Karriere dieser älteren Herren heute gefährden? Was gaben die damals von sich, was aktuell als „rassistisch“, „sexistisch“ oder - ganz böse - als „islamophob“ einzustufen ist? Und warum müssen die sich plötzlich politisch korrekt präsentieren?  Vermutlich weil man seinerzeit unter anderem Folgendes zum Besten gab:
 
Islamophobie im Hit "Fata Morgana" (1985)

Ein alter Beduine
saß auf einer Düne,
biß in die Zechine und sprach in Shalah:
"Oh Effendi, man nennt mich Hadschehal Ifibrahim.
Befreie dich von ihrem Zauber,
sonst bist Du des Todes!" rief der Muezzin,
und weg war der alte Dattelklauber. 

Frauenfeindlichkeit und Rassismus im Lied "Afrika" (1983):

In der Nacht träumt er von einer Voodoo-Mutti
mit Riesentitti aus Djibouti.
Afrika, Afrika...
Heute fahr'n ma Neger schau'n, des wird a Trara – hu!

Supertürke

Und schließlich sogar handfeste Kritik an der Macho-Kultur islamischer Zuwanderer im relativ jungen Song „Supertürke“ (2010):  

Die Vermischung von Kulturen war noch nie ein Problem
Gibt der Welt die rechte Farbe, macht sie bunt und schön
Jedoch mancher Duselmane - um die and'ren geht es nicht -
Der hört nur auf die Banane, die aus seiner Hose spricht
 
Sei ein Mann, sei ein Mann, sei ein Mann - Mann oh Mann
 
Sei ein Mann, sei ein Rapper, dein Zuhause ist die Gang
Aggromäßig, scharf wie Pepper, die Straße ist eng
Tiefgelegter als sein Schlitten ist nur sein Respekt-Niveau
Frauen bestehen für ihn aus Titten, einer Muschi und dem Po
 
Denkst du anders bist du schwul - in Klein-Istanbul
 
Guckst du hier, guckst du da
Blondes Mädel, alles klar?
Yo Mann, krass - wie denn, was -
Willst du nicht ein bißchen Spaß?
Jetzt geht's ab - nicht zu knapp
Mach dich bereit
Für einen kleinen Gang-Bang
Der Sultan hätte Zeit
 
Du bist gern bei jeder Talkshow, mit viel Gel in der Frisur
Zeigst du uns den Kohlen-Keller deiner Macho-Frohnatur
Alle Frauen sind Schlampen, die mit dir zu Bette gehen
Die kein Kopftuch brav und artig rund um ihre Rübe drehen
 
Doch wenn eine junge Türkin ihre Unschuld verliert
Wird in Frankfurt und Berlin die Scharia eingeführt
Zuhause wartet deine Schwester, wie eine graue Maus
Und die Liebe ihres Lebens sucht der Vater aus
 
Denkst du anders bist du schwul - in Klein-Istanbul
 
Guckst du hier, guckst du da
Blondes Mädel, alles klar?
Yo Mann, krass - wie denn, was -
Willst du nicht ein bißchen Spaß?
Jetzt geht's ab - nicht zu knapp
Mach dich bereit
Für einen kleinen Gang-Bang
Der Sultan hätte Zeit
 
Die Vermischung von Kulturen kann viel besser funktionieren
Wenn die Gäste eines Landes sich ein wenig integrieren
Die Frau geht nicht hinten und der Mann geht nicht vorn
Beide gehen Hand in Hand, denn sonst nahet Allahs Zorn
 
Frag nicht: "Was denn, wie denn, wann!", so steht's im Koran
 
Guckst du hier, guckst du da
Blondes Mädel, alles klar?
Yo Mann, krass - wie denn, was -
Willst du nicht ein bißchen Spaß?
Jetzt geht's ab - nicht zu knapp
Mach dich bereit
Für einen kleinen Gang-Bang
Der Sultan hätte Zeit

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