Rektorenbestellung an der MedUni Wien: Er sei ein Freund des Bürgermeisters... | Unzensuriert.at

Rektorenbestellung an der MedUni Wien: Er sei ein Freund des Bürgermeisters...

Erhard Busek, Chef des Unirats der MedUni Wien: "Was sich hier bei der Rektorenbestellung abspielt, überrascht selbst mich." Foto: Franz Johann Morgenbesser/VIPevent/Flickr (CC BY-SA 2.0)
Erhard Busek, Chef des Unirats der MedUni Wien: "Was sich hier bei der Rektorenbestellung abspielt, überrascht selbst mich."
Foto: Franz Johann Morgenbesser/VIPevent/Flickr (CC BY-SA 2.0)
8. April 2015 - 21:40

"Ich bin ja wirklich einiges aus der Politik gewohnt, aber was sich hier abspielt, überrascht selbst mich", sagt der Chef des Unirats der MedUni Wien, Erhard Busek, über Interventionen bei der Rektorenbestellung im Kurier. Hier werde interveniert von der SPÖ-Seite, von der Kultusgemeinde, vom Cartellverband, von irgendwelchen Logen und natürlich laufe sehr viel über Freundschaften. "Es ist unglaublich." Unter den Kandidaten sei auch ein Doktor vom Wiener Technologiefonds, ein Jurist, der noch nie eine Medizin-Abteilung geleitet habe. Busek: "Da wird mir gesagt, er sei ein Freund des Bürgermeisters."

Freundschaft kein Qualitätsmerkmal

Der Unirat müsse jetzt acht Bewerber für das Hearing auswählen. Dass der Freund des Bürgermeisters dazu zählt, schließt Busek aus. Eine Freundschaft zu wem auch immer sei für ihn kein Qualitätsmerkmal.

Der versuchte Postenschacher bei der Rektorenbestellung zeigt einmal mehr, wie machtbesessen die SPÖ in Wien regiert. Zuletzt bekamen diese Herrschaft die Wiener Wähler zu spüren, als Bürgermeister Michael Häupl und seine Genossen den Grünen-Landtagsabgeordneten Senol Akkilic "einkauften", ihn über Nacht zu einem Roten machten, um eine Wahlrechtsreform zu verhindern. Der SPÖ sei jedes Mittel Recht, um ihre Pfründe durch die Beibehaltung des ungleichen mehrheitsfördernden Wahlrechts auch in den nächsten Jahren zu sichern, kritisierte daraufhin Wiens FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus. Selbst der Koalitionspartner der SPÖ in Wien, die Grünen, sprachen von einem "üblen Trick" und "vom hässlichsten Gesicht", das die SPÖ gezeigt hätte.

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