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BP - Totgesagte leben länger

11. August 2010 - 11:11

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Nicht nur die Natur und Umweltschützer, auch die Aktionäre von British Petroleum haben in den letzten Monaten schwere Zeiten durchgemacht. Innerhalb eines Monats im Anschluss an die Katastrophe halbierte sich der Aktienkurs des mächtigen Ölkonzerns. Der durch das ausgetretene Erdöl entstandene Schaden könnte das Unternehmen im ungünstigsten Fall 47 Milliarden Dollar kosten. Zweckgebundene Rücklagen in der Höhe von 32 Milliarden wurden bereits gebildet. Analysten haben den Konzern schon vor Wochen für ökonomisch tot erklärt, doch Totgesagte leben manchmal länger.

Das Leck ist mittlerweile verschlossen, und BP verfügt nach wie vor über gigantische und jederzeit zu liquidierende Vermögenswerte. Der Wert des Öl- und Gasportfolios wird auf 250 Milliarden US-Dollar geschätzt. Ein Teil dieser Reserven soll veräußert werden, was auf einen Schlag etwa 30 Milliarden Dollar in die Kassen des Ölmultis spülen würde.

Den meisten Konzernen fehlt die nötige Finanzkraft, die zwar strauchelnde aber immer noch riesige Aktiengesellschaft zu schlucken und erfolgreich in den eigenen Konzern zu integrieren. Übernahmen durch größere Wettbewerber wie Exxon Mobile - mit einer Marktkapitalisierung von 310 Milliarden Dollar das teuerste Unternehmen der Welt - könnten an den geltenden Gesetzen scheitern. Das kommunistische Peking würde dem chinesischen Konzern Petrochina Insidern zufolge kein grünes Licht für einen Deal geben. Im Fall einer Fusion, egal ob mit Exxon oder Petrochina, würde ein gewaltiger Öl-Trust entstehen, der die Preise an den internationalen Börsen weitgehend diktieren könnte - für ölimportabhängige Staaten kein wünschenswertes Szenario.

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Dreißig Experten der Branche kamen in einer Analyse zu dem Schluss, dass BP wohl eigenständig weiter existieren werde. Angesichts bedeutender Vermögenswerte und einem neuen Management unter der Leitung von Bob Dudley werden sich die Aktienkurse allmählich wieder auf einem realistischen, dem Wert der Gesellschaft entsprechendem Niveau einpendeln. Die Substanz, auf den Erfolgsweg zurückzukehren bezweifelt zwar mancher Journalist, glaubt man der Meinung von Kennern der Branche, ist sie aber in jedem Fall vorhanden.

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