115 Jahre Nobelpreis: Über die Auszeichnung und ihren Stifter

27. November 2010 - 8:12

„Licht verbreiten heißt Wohlstand verbreiten und mit dem Wohlstand verschwindet der größte Teil der Übel, die ein Erbteil finsterer Zeiten sind." (Alfred Nobel)

Vor etwa 177 Jahren kam der große Sohn Skandinaviens Alfred Nobel auf die Welt. Vor genau 115 Jahren – am 27. November 1895 – wurde sein Lebenswerk, der wohl angesehenste wissenschaftliche Preis für Naturwissenschaften, Literatur und Politik, gestiftet. Nur ein Jahr später starb Alfred Nobel.

Bereits als junger Mann fiel Nobel durch seinen wachen Geist und seine stetige Bereitschaft, auch scheinbar Unmögliches möglich zu versuchen, auf. Seinen großen Durchbruch im Bereich der Chemie allerdings schaffte er durch die "Bändigung" eines teuflischen Gemisches namens Nitroglyzerin. Als erstem Wissenschaftler gelang es ihm, dieses höchst instabile Gemisch in eine Form zu bringen, welche einen gefahrlosen Umgang ermöglicht.
Auch heute noch ist dieses Gemisch aus Nitroglyzerin, Kieselgur und Soda ein nicht wegzudenkender Bestandteil bei Sprengungen im zivilen Bereich, wie etwa beim Bergbau. Allerdings schuf der geniale Wissenschaftler auch eine Geißel der Menschheit: seine Erfindung wurde nicht, wie von Nobel gewollt, im Tunnel und Bergbau eingesetzt, sondern vielfach auch im militärischen Bereich.

Die Hoffnung des Kriegsgegners erfüllte sich nicht

Anfangs war sich Nobel zwar noch sicher, dass das enorme Vernichtungspotenzial bzw. die Einsatzmöglichkeiten des neu entdeckten Sprengstoffes zukünftige Kriege verhindern werde, wie er in einem Brief an Bertha von Suttner schrieb: "… denn wenn sich zwei gleich starke Armeen gegenseitig in einer Sekunde vernichten können, werden alle zivilisierten Nationen davor  zurückschrecken und ihre Truppen auflösen.“

Die Realität allerdings belehrte den genialen Wissenschaftler eines Besseren. Die Millionen Kriegstoten des Ersten Weltkrieges wie auch die Millionen Soldaten aller Nationen, welche mit massiven körperlichen Schäden ein kaum mehr lebenswertes Dasein fristen mussten, sprachen eine andere Sprache.  Ja, Alfred Nobel schuf eine Geißel der Menschheit und gab den Furien des Krieges eine neue, bessere und noch grausamere Waffe in die Hand – das Dynamit und die darauf folgenden Erfindungen wie das Ballistit und die Sprenggelatine.

Nobels Vermögen blieb als Stiftung erhalten

Aber Alfred Nobel entzog sich nicht seiner Verantwortung und stiftte, zuma er kinderlos geblieben war, den wohl bekanntesten Preis der Welt – den Nobelpreis. Wer ihn sein Eigen nennen kann, hat wohl den Zenit seiner Karriere als Literat, Politiker oder Wissenschaftler erreicht. Die bisher über 800 geehrten Menschen, wobei sich hier Frauen deutlich in der Unterzahl befinden, können sich allerdings nicht nur über den Ruhm freuen, welchen dieser Preis mit sich bringt – sondern auch auf ein stattliches Preisgeld von etwa 1 Million Euro.

Heinricht Zankel: Nobelpreise Wer aber soll ihn, den begehrtesten Preis der Welt, überhaupt erhalten? Der pensionierte Biologieprofessor Heinrich Zankl etwa kritisiert in seinem Buch "Nobelpreise: Brisante Affären, umstrittne Entscheidungen" das Komitee stark. Zankl meint, dass es sicherlich nicht in Alfred Nobels Interesse sei, dass der durchschnittliche Preisträger über sechzig Jahre alt ist. Alfred Nobel erdachte diesen Preis als Anerkennung und natürlich auch als Einnahmequelle für junge Wissenschaftler, da Forschung schon immer viel Geld verschlang.

Literaturnobelpreis mit politischer Schlagseite

Ebenfalls ist die Verleihung des Literaturnobelpreises eine genauere Betrachtung wert. Der aufmerksame Beobachter des politischen Zeitgeschehens kann sich durchaus die Frage stellen, ob wirklich nur die literarischen Leistungen der Autoren ausschlaggebend sind oder ob nicht doch die politische Gesinnung der schwedischen Sozialdemokraten den Ausschlag für eine Nominierung gibt!? Dafür stehen Autoren und Autorinnen wie etwa Harold Pinter, Doris Lessing, José Saramango, Dario Fo und natürlich des Österreichers liebste Autorin – die sattsam bekannte "Nestbeschmutzerin" Elfriede Jelinek.

Der große indische Prediger des gewaltlosen Widerstandes, Mahatma Gandhi, kam übrigens nie in den Genuss des Friedensnobelpreises, dafür jedoch ehemalige Terrorführer wie Jassir Arafat oder der in mehreren Kriegen engagierte US-Präsident Barack Obama, noch bevor er etwas leisten konnte – Gutes oder Böses.

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