"Die Welt blickt nach Österreich" - und Merkel schweigt

Russlands Präsident Vladimir Putin, hier mit Vizekanzler HC Strache (l.) und Kanzler Sebastian Kurz, besuchte Wien. Foto: Bundeskanzleramt / Dragan Tatic
Russlands Präsident Vladimir Putin, hier mit Vizekanzler HC Strache (l.) und Kanzler Sebastian Kurz, besuchte Wien.
Foto: Bundeskanzleramt / Dragan Tatic
7. Juni 2018 - 13:36

Für die Wertschätzung, die die österreichische Regierungskoalition aus FPÖ und ÖVP in der internationalen Gemeinschaft genießt, gab es gerade dieser Tage eine Fülle erfreulicher Hinweise. Ein Höhepunkt war der Besuch von Russlands Präsident Vladimir Putin in Österreich am 5. Mai. Welch konstruktives bis freundschaftliches Gesprächsklima herrschte, wurde in Wort und Bild im guten Sinne überdeutlich.

Putin-Besuch kam gut an

Man war in Wien also doch nicht falsch gelegen, als man der Scharfmacherei in einigen westlichen Hauptstädten zum Trotze sich nicht an der Ausweisung russischer Diplomaten beteiligte wie ja auch die überwältigende Mehrzahl der Staaten in der internationalen Gemeinschaft. Insgesamt war denn auch die mediale Berichtserstattung zum Besuch Putins recht freundlich, die auflagenstärkste Zeitung der Alpenrepublik, die Kronen Zeitung, etwa vermeldete mit Schlagzeile auf Seite 1 mit offensichtlich patriotischem Stolz, „Die Welt blickt nach Österreich“.

Diesmal kein Merkel-Gegeifere Richtung Österreich

Sehr interessant ist dabei auch, was nicht in Zeitungen und Internetberichten stand. Die antiösterreichischen Anwürfe der wohl etwas austrophoben Noch-Kanzlerin Merkel und ihres Anhanges in jüngster Zeit sind noch im Gedächtnis. Diesmal ersparten Merkel & Co. sich und gerade dem deutschen Sprachraum offensichtlich betreffendes Gegeifere. Nicht einmal die gute Zusammenarbeit zwischen der österreichischen Regierungspartei FPÖ und der größten Oppositionspartei im Bundestag AfD taugte diesmal als Erregungsthema.

"Das kleine Österreich gibt Europas Richtung vor"

Stattdessen konnte man sogar in manchem sonst so betont politisch korrekten Blatt in der Bundesrepublik vergleichsweise freundliche Überschriften zum Wien-Besuch des russischen Staatsoberhauptes in Wien und die jetzige österreichische Außenpolitik finden. In der Welt lautete die Überschrift sogar „Das kleine Österreich gibt Europas Richtung vor“.

Damit des Guten für Freunde eines guten Verhältnisses Österreichs zu seinen Partnern und, wie mancher meint, des Schlechten für die Merkel-Truppe noch nicht genug. Jetzt vermelden Medien:

Am 20. Juni wollen die Regierungen von Österreich und Bayern erstmals eine gemeinsame Kabinettssitzung abhalten.

Schock für Merkel: Bayern-Regierung kommt nach Linz!

Je nach Standpunkt kommt es noch besser oder noch schlimmer: Die Bayern kommen zu den Österreichern nach Linz. Richtig: nach Linz! Dort stellt die FPÖ unter anderem den Vizebürgermeister und ist auch sonst stark in der Stadtregierung vertreten. Das  Land Oberösterreich erfreut sich ebenfalls einer starken Regierungspräsenz der FPÖ in seiner Regierung. Mit all dem dürften die bayerischen Gäste keine Probleme haben. Dabei gibt es seitens der FPÖ keinerlei Anzeichen, die Zusammenarbeit mit der bundesdeutschen AfD zu beenden. Stellt sich die Frage, wie weit der Kontrollverlust von Merkel bezüglich ihrer Koalition bereits geht.

Würdigung für Kardinal Burke

Jetzt hat der neue und recht junge italienische Minister Lorenzo Fontana aus den Reihen der siegreichen Lega auch noch den längst als betont AfD-freundlich hervorgetretenen Kardinal Raymond Burke deutlich gewürdigt. Ganz im Sinne konservativer Kritiker eines amtskirchlichen Linkstrends sprach sich der Spitzenpolitiker dazu für die sogenannte Alte Lateinische Messe aus.

Offensichtlich gilt auch dazu momentan für politisch korrekte Kreise samt Merkel in der Bundesrepublik die Devise: So tun als ob nichts passiert wäre! Dazu war es das gewiss nicht rechte Zweckpropaganda betreibende Medium  GayNews, welches auf die offensichtliche Übereinstimmung des konservativen Hoffnungsträgers Fontana mit der vom konservativen Amtskirchenkritiker Marcel Lefebvre begründeten (Priester-)Bruderschaft St. Pius X. hinwies.

Kritik an den westlichen Luftangriffen auf Syrien

Die deutsche Sektion der Menschenrechtsorganisation "Christian Solidarity International" (CSI) folgt etwa unzensuriert, indem es in ihrem neuerschienen Monatsmagazin für Juni 2018 eine deutsche Übersetzung der Erklärung christlicher Patriarchen gegen den Luftangriff Großbritanniens, Frankreichs und der USA auf Syrien veröffentlicht. Unzensuriert war ja bereits umgehend nach der westlichen Aggression diesbezüglich tätig geworden.

Auch hat AfD-Spitzenmann Alexander Gauland umgehend die westlichen Angriffe kritisiert. Zu denken geben sollte, was CSI in ihrem Monatsmagazin zur Einführung schreibt:

Während deutsche Politiker und Journalisten das Bombardement Syriens durch drei NATO-Staaten vom 14. April 2018 begrüßen, haben die Christen Syriens, die das Kriegsgeschehen vor Ort seit über 7 Jahren am eigenen Leib miterleben, eine gänzlich andere Sichtweise.

An anderer Stelle wird auf die Zerstörung eines pharmazeutischen Forschungszentrums „durch diese völkerrechtswidrige Aggression der USA, Frankreichs und Großbritanniens“ hingewiesen. In einem dem CSI-Magazin angefügten Postkartentext wird der Außenminister des Merkel-Kabinetts, Heiko Maas, in Worten aufgefordert, die Erklärung der christlichen Patriarchen zu beherzigen. In Frontstellung gegen Merkels Triumphgeheul zum westlichen Militärschlag heißt es in der Postkartenaktion:

Ich fordere Sie zum Wohl der Bürger Syriens und der dort lebenden religiösen Minderheiten auf, Terroristen in Syrien in keiner Weise zu unterstützen.

Wie gut geht es den "jüdischen Mitbürgern" wirklich?

Für Befürworter einer glaubwürdigen Politik kann das Interview von Alfi Goldenberg, Vizepräsident für Sport von Makkabi Deutschland, in der Zeitung Welt ein zusätzlicher Ansporn sein. Gerade die Politik von Merkel kommt da nicht gut weg, wenn es heißt:

Dass Angela Merkel gebetsmühlenartig erklärt, dass der Schutz „unserer jüdischen Mitbürger“ - nicht „Bürger“ - und die Solidarität mit Israel zur Staatsräson gehören, ist schön und gut. Aber es bringt dem 14-jährigen Jungen herzlich wenig, der die Schule in Berlin verlassen muss, weil er seit anderthalb Jahren jeden Tag mit dem Kopf ins Klo gesteckt wird.

Merkel & Co. werden versuchen, auch solche mutigen Worte „auszusitzen“. Aber man darf in Anlehnung an das Kirchenlied „Wer glaubt, ist nie allein“ feststellen: „Wer Merkel kritisiert, ist nie allein“!

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