Syrien: AfD-Gauland und Papst Franziskus kritisieren westliche Luftangriffe

Alexander Gauland kritisiert die westlichen Angriffe auf Syrien und findet sich damit auf einer Linie mit dem Vatikan. Der deutsche Katholikentag hingegen bietet der Befürworterin Angela Merkel ein Podium. Foto: Metropolico.org / wikimedia.org (CC-BY-SA-2.0)
Alexander Gauland kritisiert die westlichen Angriffe auf Syrien und findet sich damit auf einer Linie mit dem Vatikan. Der deutsche Katholikentag hingegen bietet der Befürworterin Angela Merkel ein Podium.
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14. Mai 2018 - 8:24

Der Co-Vorsitzende der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Alexander Gauland, übte umgehend Kritik am Luftangriff Frankreichs, Großbritanniens und der USA auf Syrien. Deutlich wurde der Spitzenpolitiker dann auch eigens in einer Rede im Bundestag. Den Angriff der drei Westmächte brandmarkte er als völkerrechtswidrig wie als politisch verfehlt. Es habe eine Bestrafung gegen Syrien gegeben, ohne überhaupt die Ergebnisse eines geordneten Untersuchungsverfahrens zum angeblichen Giftgaseinsatz durch syrische Regierungseinheiten abzuwarten.

Merkels kritiklose Unterstützung der westlichen Angriffe auf Syrien

Damit hob sich Gauland mit seinen Weggefährten deutlich von Kanzlerin Angela Merkel ab, die umgehend die umstrittene westliche Gewaltanwendung gegen Syrien begrüßte. Mit ihrer regelrechten Freudenbekundung zum Tod und der Verwundung syrischer und mit Syrien befreundeter Menschen stellte sich Pfarrerstochter Merkel deutlich gegen führende Vertreter des weltweiten Christentums.

Die Distanzierung etwa von Papst Franziskus gegenüber der britischen, französischen und US-amerikanischen Politik und der mit ihr verbundenen Scharfmacherei der Merkel-Regierung im Syrienkonflikt und gegenüber Russland ist immer wieder zu erkennen. Wie kaum anders zu erwarten, übergingen Mainstream-Medien in der Bundesrepublik nichtsdestotrotz die gegen eine "Hau-drauf"-Politik gerichtete Position der AfD in „politisch korrekter“ Manier.

Österreich kritischer als Bundesrepublik Deutschland

Zumindest etwas besser scheint man da in Österreich dran zu sein. Die Kronen Zeitung brachte am 6. Mai einen Beitrag von Tassilo Wallentin unter der Überschrift „Europas Weg in den Selbstmord“, wo es unter anderem heißt:

Die EU mischt sich jetzt in den Syrien-Krieg ein. Und zwar wegen eines angeblichen Giftgas-Angriffes, der vermutlich nie stattgefunden hat.

Die sogenannten „Weißhelme“ werden als „eine vom britischen Geheimdienst gegründete und mit Radikal-Islamisten sympathisierende Truppe“ bezeichnet, vor der man auf der Hut sein müsse. Die vorgeblichen "Rebellen" seien am allerwenigsten „Demokraten“, sondern radikale Islamisten. Solchen extremistischen Kräften arbeiteten westliche Regierungen samt der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini zu.

Assad ist auch Schutz Israels

In der Kronen Zeitung vom 12. Mai wurde unter der Überschrift „Das Dilemma der Israelis“ gemahnt:

Sollte Assad doch noch stürzen, würde Syrien von radikalen Islamisten aus dem Umfeld des Islamischen Staates oder der Al-Kaida übernommen und im Totalchaos versinken. Solche Nachbarn kann Israel nicht wollen.

Auf dieser Linie liegen auch die Nachrichten Europäischer Bürgerinitiativen zum Schutze des Lebens und der Menschenwürde. Dort wird der in Salzburg lehrende katholische Theologieprofessor Dietmar Werner Winkler mit den Worten zitiert:

Die Christen in Syrien unterstützen das Regime von Präsident Assad (52) allein aus dem Grund, weil sie keine Alternative haben. Würde Assad gestürzt, was passiert dann? Der Einfluss des fundamentalistischen Islams ist im Land bereits so stark, dass es für die Christen dann ganz düster aussehen würde. Sogenannte „gemäßigte“ Rebellen gibt es de facto nicht. Die lokalen Bischöfe sagten und sagen mir immer wieder in Gesprächen: Was ist die Alternative für die Christen? Wer schützt die Christen, wenn nicht das Assad-Regime? Welche Perspektiven gibt es überhaupt?

Papst gegen westliche Kriegspropaganda

So wundert es nicht, dass Papst Franziskus weiterhin nicht in westliche Kriegspropaganda samt dem regelrecht blutrünstigen Triumphgeheul Merkels einstimmt. Stattendessen will er verschiedene Kirchenführer lieber zu einem ökumenischen Friedensgebet für Syrien zusammenrufen, wie die deutsche Wochenausgabe der offiziellen Zeitung des Vatikans, Osservatore Romano, in der Ausgabe vom 4. Mai meldet.

Wes Brot ich ess‘, des Lied ich sing

Davon offensichtlich unbeeindruckt boten die Veranstalter des zu Ende gegangenen Katholikentages in Münster der Befürworterin des Militärschlages gegen Syrien, Kanzlerin Merkel und Bundesgenossen, unkritisch ein Podium zur Selbstdarstellung. Hassparolen wie „Kein Frieden mit der AfD“, wiederholt in der Bundesrepublik durchgeführte Anschläge auf Einrichtungen und Wohnungen von Mitgliedern der AfD etc. und damit auch verbundene Diffamierungen gegen deren Partner in anderen Ländern stellten für amtskirchliche Bischöfe und Laienfunktionäre offensichtlich kein Problem dar.

Anstatt auch nur Gewaltakte von Islamisten und der "Antifa" zumindest einmal beim Namen zu nennen und zu bedauern, geschweige denn zu verurteilen, sprach sich z.B. Bischof Felix Genn politisch überkorrekt gegen „rechte Hetze“ aus. Daran änderte auch das hochtrabende Leitwort des Katholikentages „Suche Frieden“ nichts.

Da mag manchem die Ausstattung der Vertreter der bundesdeutschen Amtskirche mit Staatssubventionen und das staatliche Eintreiben der Kirchensteuer in den Sinn kommen, verbunden mit dem Spruch „Wes Brot ich ess‘, des Lied ich sing“.

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