Auf dem Weg nach Europa: 17 Prozent mehr „Flüchtlinge“ kommen über die Türkei

Symbolbild: Die Welle der „Flüchtlinge“, die über die Mittelmeeroute aus der Türkei nach Europa kommen, schwillt wieder an. Foto: PAnd0rA / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Symbolbild: Die Welle der „Flüchtlinge“, die über die Mittelmeeroute aus der Türkei nach Europa kommen, schwillt wieder an.
Foto: PAnd0rA / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
1. Mai 2018 - 10:00

Seit Jahresanfang überquerten 3.992 „Flüchtlinge“ Österreichs Grenzen. Das ist zwar im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 39 Prozent, dennoch bedeutet diese Zahl bei einem Anteil von 60 Prozent Männern, dass allein in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres so viele fremde Männer nach Österreich einwanderten wie zehn Prozent der Stärke des österreichischen Bundesheeres im Präsenzstand entsprechen.

Erfüllung des türkischen „Flüchtlingsdeals“ nur einseitig

2016 hatte die Europäischen Union mit der Türkei unter Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ein "Flüchtlingsabkommen" ausgehandelt, wonach die Türkei gegen Milliardenzahlungen aus der EU ihre Grenzen abriegelt und damit verhindert, dass wieder hunderttausende „Flüchtlinge“ über die Balkanroute und diverse sichere Länder wunschgemäß nach Zentraleuropa kommen. Dennoch erreichten monatlich -zigtausende Orientalen Mitteleuropa über diese Reiseroute. Die Zahlungen an die Türkei erweisen sich damit lediglich als einseitiges Geschenk.

In den vergangenen Wochen registrierte die europäische Grenzschutzagentur Frontex, dass sich noch mehr Migranten über die Türkei auf den Weg nach Europa, hauptsächlich die Bundesrepublik Deutschland und Österreich, machen. Vor allem Iraner, Iraker und Syrier wollen in unser Land.

Es kommen vor allem Männer nach Europa

„Seit vier bis fünf Wochen kommen 17 Prozent mehr Menschen aus der Türkei auf den griechischen Inseln an“, sagte Frontex-Direktor Fabrice Leggeri der Bild am Sonntag. „Über die Türkei kommen fast 40 Prozent Familien, über Marokko dagegen fast ausschließlich junge Männer“, sagte Leggeri. Auf der zentralen Route nach Italien reisten lediglich bis zu 20 Prozent der Migranten mit Familie.

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