"Muslime aus Angst bevorzugt": Kurz und Strache zitieren AMS-Chef Kopf zum Rapport

AMS-Chef Johannes Kopf muss wegen eines Revisionsberichts und der Tatsache der Diskriminierung zum Regierungs-Rapport. Foto: Dragan Tatic / Wikimedia CC BY 2.0
AMS-Chef Johannes Kopf muss wegen eines Revisionsberichts und der Tatsache der Diskriminierung zum Regierungs-Rapport.
Foto: Dragan Tatic / Wikimedia CC BY 2.0

Ein heikles Arbeitsmarktservice (AMS)-Dossier, das unbeabsichtigt den Weg in die Öffentlichkeit fand, sorgt für gehörigen Wirbel. Denn aus dem Papier geht hervor, dass AMS-Mitarbeiter aus Angst vor Konsequenzen österreichische Arbeitslose "diskriminieren" und Muslime "bevorzugen".

Tschetschenen bedrohen AMS-Mitarbeiter

In diesem AMS-Revisionsbericht, den dem Vernehmen nach der Chef des Arbeitsmarktservice, Johannes Kopf, in Auftrag gab, war unter anderen haarsträubenden Bemerkungen, etwa, dass Arbeitslose aus Tschetschenien gewaltbereit seien und regelmäßig AMS-Mitarbeiter bedrohten, zu lesen:

Unter AMS-Beratern geht offenbar die Angst um, man könnte ihnen Diskriminierung unterstellen. Weshalb sie laut dem Bericht manchmal „eine nachsichtigere Vorgangsweise in der Betreuung“ wählen würden.

Die Prüfer hielten fest, dass manche AMS-Berater so darauf bedacht seien, „Gleichbehandlung“ sicherzustellen, dass dabei das Gegenteil herauskomme. „Diese Angst vor dem Vorwurf der Diskriminierung führt gerade zur Diskriminierung anderer Kunden“, heißt es, „weil dort weniger sensibel agiert wird.

Religiöse und kulturelle Gründe für Jobverweigerung

Erschreckend in dieser Befragung der AMS-Mitarbeiter war auch, dass bei der Vermittlung von Tschetschenen, Afghanen oder Syrern nicht nur die mangelnden Deutschkenntnisse eine Rolle für die Misserfolge spielen, sondern dass es vor allem auch religiöse und kulturelle Gründe gibt, weshalb diese Einwanderer für Arbeitsstellen ungeeignet sind.

Diese Details über die mit Migranten heillos überforderten AMS-Mitarbeiter haben nun auch die Bundesregierung zum Handeln bewegt. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) zitieren AMS-Chef Johannes Kopf nicht nur zum Rapport, sondern fordern eine Reform des Arbeitsmarktservice, um die gravierenden Probleme in den Griff zu bekommen.

Zu diesem Zweck werden die Regierungskoordinatoren Gernot Blümel (ÖVP) und Norbert Hofer (FPÖ) sowie die Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ), Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) und Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) eine Taskforce für diese AMS-Reform bilden. 

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