Vermeintliche Schüler-Demo war laut Stadtschulrat nur ein "Festumzug"

Ob es sich bei diesem Ausflug der Lehrer und Schüler um eine Demo oder um einen Festumzug handelte, kann sich jeder selbst ein Bild machen. Foto: unzensuriert
Ob es sich bei diesem Ausflug der Lehrer und Schüler um eine Demo oder um einen Festumzug handelte, kann sich jeder selbst ein Bild machen.
Foto: unzensuriert
12. März 2018 - 22:58

Lehrer hatten vorigen Freitag, dem 9. März, wohl keine Lust zu unterrichten und gingen mit ihren Schülern zu einer vermeintlichen Demo vor dem Bundeskanzleramt. Dort marschierten sie auf, mit Taferln in der Hand, um für so genannte Mehrstufenklassen zu werben.

Ordnungsgemäß angemeldeter Festzumzug

Beim Wiener Stadtschulrat nachgefragt, wurde unzensuriert gegenüber erklärt, dass es sich dabei um einen "Festzumzug" gehandelt hätte. Konkret:

Tatsächlich handelte es sich hierbei um einen von der zuständigen Pflichtschulinspektion des Stadtschulrats für Wien bei der Landespolizeidirektion Wien ordnungsgemäß angemeldeten Festumzug. Der korrekte Name des Veranstaltung lautete "Festumzug 20 Jahre Wiener Mehrstufenklassen".

Der Festumzug verstand sich anlässlich des 20-Jahre-Jubiläums der Wiener Mehrstufenklassen als öffentliche Manifestation der an den Wiener Mehrstufenklassen gelebten pädagogischen Vielfalt.

Lehrer handelten nicht rechtswidrig

Die Lehrer hätten also nicht rechtswidrig gehandelt, in dem sie Schüler für eine Kundgebung missbrauchten, sondern es war alles genehmigt, sogar behördlich - schließlich gab es am 9. März vor dem Bundeskanzleramt ja nur einen Festumzug. Auch wenn Passanten durchaus eine andere Wahrnehmung hatten.

Interessant nur, dass die Lehrer mit ihren Schülern - Demo oder Festumzug hin oder her - ausgerechnet jetzt auf die Straße gingen, um für ihre Anliegen Aufmerksamkeit zu schaffen. Offenbar für die Beibehaltung von Mehrstufenklassen.

Unter einer Mehrstufenklasse versteht man eine Schulklasse, in der Kinder unterschiedlicher Schulstufen gemeinsam von einer Lehrkraft unterrichtet werden. Im heurigen Schuljahr werden an Wiens Volksschulen 117 Mehrstufenklassen mit reformpädagogischem Schwerpunkt geführt. In den Wiener Mehrstufenklassen werden insgesamt ca. 2800 Schüler unterrichtet.

Bundesregierung plant kein Ende der Mehrstufenklassen

Faktum ist allerdings, dass – wenn es überhaupt ein Problem deswegen gibt – die rote Bildungsministerinnen verantwortlich sind, da das entsprechende Reformpakt im Juli 2017 gegen die Stimmen der FPÖ beschlossen wurde. Die aktuelle Bundesregierung plant kein Ende der Mehrstufenklasse! Falls es zu Kürzungen kommt, ist der rote Wiener Statdtschulrat zuständig!
 
Mehrstufenklassen sind  in der pädagogischen Autonomie und mit entsprechender Wahlfreiheit zu begrüßen, heißt es im ausgehandelten Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ.

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