Kongress "Verteidiger Europas": Was der "Standard" mutmaßte und was wirklich geschah

Am Podium offen diskutiert: was ist die aktuelle Aufgabe der alternativen Medien? (Foto: Robert Lizar, FPÖ-TV)
Am Podium offen diskutiert: was ist die aktuelle Aufgabe der alternativen Medien? (Foto: Robert Lizar, FPÖ-TV)

Unheildräuend wurde im Standard am 3. März, während des ausverkauften Kongresses "Verteidiger Europas", darüber orakelt, welche "Nazis" und Hintermänner ihr Unwesen auf dem sagenumwobenen oberösterreichischen Wasserschloss Aistersheim treiben würden. Von "Glatzen und Springerstiefeln" konnte der Verfasser wieder einmal nicht die Finger lassen, doch die Idee, "Goebbels' Pressereferent" habe den in Aistersheim zusammenkommenden Rechten ins Stammbuch geschrieben, sich so zu verstellen, dass sie nimmer ins "Klischee der Ewiggestrigen" passen, aber dieselben Botschaften passend neu verpacken, ist so sinnfrei wie infam. Jede Partei, jede Firma, wendet sich mit passenden Botschaften an ihr Publikum.

Standard polemisiert - und wundert sich, nicht eingeladen zu sein

Wenn der Standard nach solchen Artikeln nun schmollt, dass "klassische Medienvertreter nicht erwünscht (waren), nur die eigenen 'Medienpartner'", dann liegt der Grund exakt in solcher verteufelnden, ewig die Nazikeule schwingenden Aggressivrhetorik der Mainstream.Medien.

Am 4. März etwa schreibt der Standard :

Ein Thema im Inneren des Schlosses waren offenbar auch die sogenannten alternativen Medien. "Wir brauchen die Deutungshoheit über politische Themen. Dann fallen die Lügen der Systemmedien", twitterten die "Verteidiger Europas".

 

Freie, offene Podiumsdiskussion - freie, offene alternative Medien

Ein Höhepunkt des Kongresses war in der Tat die Podiumsdiskussion zum Thema "Alternative Medien", in der Michael Scharfmüller (Herausgeber von Info-Direkt), Walter Asperl (Geschäftsführer unzensuiert), Thomas Bachheimer (bachheimer.com), Roland Hofbauer (Alles roger?) und der deutsche YouTuber Alex Malenki (Laut gedacht) kontrovers diskutierten.

Es ist unmöglich, eine wirklich kontroverse Diskussion zu führen, wenn ein Teil der Zuhörer noch jeden Nebensatz einer reductio ad hitlerum unterziehen will. Die Podiumsteilnehmer stellten nämlich ganz offen folgende Fragen: Ob man wirklich von "alternativen" Medien sprechen sollte, oder, wie Bachheimer vorschlug, besser von "freien" Medien, um dem an sich absurden Vorwurf der "alternativen Fakten" zu entgehen.

Dank an System-Medien für die Gratis-Werbung

Ob es darum gehen sollte, die großen Medien durch Klickzahlen und überhaupt durch das massive Erstarken des Onlinesektors zu beerben und schließlich ihnen den Rang abzulaufen. Oder ob man von ihnen profitieren könnte (wie an der hyperventilierenden Berichterstattung über den Kongress schön zu erkennen war - das ist perfekte Werbung, Scharfmüller dankte dem Falter, dem Standard und dem profil herzlich dafür), ob man ihre Deutungshoheit offen bekämpfen müsse.

Wir zwingen die rotgrünen Medien dazu, die Wahrheit berichten zu müssen.

meinte Scharfmüller. Dies sei die zentrale Aufgabe der alternativen Medien.

Über unzensuriert sagte Asperl, man habe es mit ehrenamtlichen Mitarbeitern und ohne staatliche Förderungen geschafft, zumindest bei politischen Artikeln in der gleichen Kategorie wie große Mainstreammedien mitzuspielen, obwohl die Mittel sehr bescheiden sind.

"Alternative Medien" sind dann und nur dann "freie Medien", wie sie unabhängig von großen Werbeeinschaltungen und dem Druck solcher Anzeigenkunden sind, die die Berichterstattung zu ihren Gunsten erzwingen, stellte Hofbauer klar.

50 Jahre nach 1968 hat sich die kulturmarxistische Idee durchgesetzt

Der erste Höhepunkt des informationsreichen und die "Verteidiger Europas" zusammenschweißenden Tages war der Eröffnungsvortrag des Grazer Vizebürgermeisters Mario Eustacchio (FPÖ). Er zeichnete die Wirkung der Generation der sogenannten "68er" auf, die linke Macht in Medien, Bildungssystem und Politik nach und betonte, dass 50 Jahre nach 1968 der von ihnen geplante "Marsch durch die Institutionen" perfekt aufgegangen sei:

1968 war eine Revolution von satten Menschen. Sorglos im Wohlstand aufgewachsen und von der Frankfurter Schule beeinflusst, zettelten sie die Revolution der Söhne gegen die Väter an.

Heute müssen wir mit den Folgen der vermeintlichen Freiheitsutopie, die nur Entstrukturierung und Zerstörung von Bindungen und Werten erzeugt hat, fertig werden.

Appell von kritischen Frauen: Habt Mut zur Öffentlichkeit!

Die US-amerikanische Bloggerin Brittany Pettibone war ebenfalls zu Gast und machte in einer eindrucksvollen Rede deutlich, wie sie sich viele Jahre als junge Science-Fiction- und Krimi-Autorin bedeckt gehalten hatte, und im Zuge der extrem hasserfüllten und einseitigen Berichterstattung der amerikanischen Medien im Wahlkampf von Donald Trump aufwachte und sich traute, ihre Meinung öffentlich zu sagen. Gerade für Frauen ist es nicht leicht, sich politisch  aus der Deckung zu wagen.

Ähnlich mutig traten in Deutschland die Mädels von "#120Dezibel" (die ebenfalls mit einem Messestand auf Schloss Aistersheim vertreten waren) an die mediale Öffentlichkeit, um auf die vertuschten Folgen importierter Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Pettibone schloss ihre Rede mit einem Aufruf zum öffentlichen Mut, weil jetzt die Zeit reif sei dazu, und damit, dass Gott uns alle dabei sehe und beschütze. Vielleicht funktioniert ein solcher Appell nur noch auf Englisch, ohne kitschig zu wirken. 

"Rechte Kunst": Mehr als Adler- und Stahlhelmmotive

Auf der Messe innerhalb der altehrwürdigen Räumlichkeiten des Schlosses fanden die Besucher auch Ausstellungsstände zahlreicher Künstler, neben "Hofers Lieblingsmaler" Odin Wiesinger auch wieder der Kalligraphiekünstler Wolf PMS.

Am Ende des Kongresses verließen die 600 Teilnehmer zu unterschiedlich später Stunde das in Schneeweiß getauchte Wasserschloss. Auf dem Eis des Burggrabens hatte Wolf PMS einen Schriftzug hinterlassen und von oben per Drohne fotografiert:

Ein Thema im Inneren des Schlosses waren offenbar auch die sogenannten alternativen Medien. "Wir brauchen die Deutungshoheit über politische Themen. Dann fallen die Lügen der Systemmedien", twitterten die "Verteidiger Europas". Dementsprechend waren klassische Medienvertreter nicht erwünscht, nur die eigenen "Medienpartner" - derstandard.at/2000075402649/Erste-Demonstration-relativ-ruhigEin Thema im Inneren des Schlosses waren offenbar auch die sogenannten alternativen Medien. "Wir brauchen die Deutungshoheit über politische Themen. Dann fallen die Lügen der Systemmedien", twitterten die "Verteidiger Europas". Dementsprechend waren klassische Medienvertreter nicht erwünscht, nur die eigenen "Medienpartner" - derstandard.at/2000075402649/Erste-Demonstration-relativ-ruhig

Ein Thema im Inneren des Schlosses waren offenbar auch die sogenannten alternativen Medien. "Wir brauchen die Deutungshoheit über politische Themen. Dann fallen die Lügen der Systemmedien", twitterten die "Verteidiger Europas". Dementsprechend waren klassische Medienvertreter nicht erwünscht, nur die eigenen "Medienpartner" - derstandard.at/2000075402649/Erste-Demonstration-relativ-ruhigEin Thema im Inneren des Schlosses waren offenbar auch die sogenannten alternativen Medien. "Wir brauchen die Deutungshoheit über politische Themen. Dann fallen die Lügen der Systemmedien", twitterten die "Verteidiger Europas". Dementsprechend waren klassische Medienvertreter nicht erwünscht, nur die eigenen "Medienpartner" - derstandard.at/2000075402649/Erste-Demonstration-relativ-ruhigEin Thema im Inneren des Schlosses waren offenbar auch die sogenannten alternativen Medien. "Wir brauchen die Deutungshoheit über politische Themen. Dann fallen die Lügen der Systemmedien", twitterten die "Verteidiger Europas". Dementsprechend waren klassische Medienvertreter nicht erwünscht, nur die eigenen "Medienpartner" - derstandard.at/2000075402649/Erste-Demonstration-relativ-r

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