"Wortklauberpartei" SPÖ im Dilemma: Funktionär präsentiert sich als "Gasgeber"

Mit dem Plakatsujet "Gasgeber" macht SPÖ-NÖ-Chef Franz Schnabl eine ganz ähnliche Wahlpropaganda wie seinerzeit die NPD in Deutschland. Foto: Wahlplakat SPÖ: Screenshot Facebook / Tornado
Mit dem Plakatsujet "Gasgeber" macht SPÖ-NÖ-Chef Franz Schnabl eine ganz ähnliche Wahlpropaganda wie seinerzeit die NPD in Deutschland.
Foto: Wahlplakat SPÖ: Screenshot Facebook / Tornado
18. Januar 2018 - 10:06

Es ist ein skurril anmutendes Plakat, das selbst von SPÖ-nahen Personen in Facebook-Kommentaren als "einfach geschmacklos" tituliert wurde: Darauf zu sehen ist ausgerechnet Franz Schnabl, SPÖ-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Niederösterreich. Er fährt, gemeinsam vielleicht mit einem anderen Genossen, Moped, spreizt die Beine und darunter prangt der Spruch "Gasgeber".

Offenbarung der linken Doppelmoral

80 Jahre nach dem Anschluss gibt ein Politiker Gas? Könnte diese Verbalentgleisung nicht furchtbare Erinnerungen bei Holocaust-Überlebenen wecken? Nein. Diesmal schweigt das linke Establishment über das "geschmacklose" Wahlplakat. SPÖ-Schreihälse, die bei anderen Parteien - und da insbesonders bei den Freiheitlichen - nach jedem Wort klauben, um sie ins rechte Eck zu stellen, offenbaren hier die übliche linke Doppelmoral.

Nicht zur Tagesordnung übergehen

Selbst bei der harmlosen Ankündigung des FPÖ-Innenministers Herbert Kickl, die Regierung wolle Asylwerber "konzentriert an einem Ort halten", konnte die SPÖ gar nicht mehr genug bekommen von der künstlichen Aufregung, die dann der Mainstream brav unterstützte. Der abgewählte Kanzler Christian Kern fand die Aussage gar so schlimm, dass er mahnte, "da könne man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen".

Live auf Sendung Innenminister attackiert

Ja, und dann musste auch noch das traditionelle Abfahrtsrennen am Lauberhorn in Wengen herhalten, damit ORF-Sportreporter Oliver Polzer live auf Sendung den Innenminister attackieren konnte:

An Tagen wie diesen gilt: Konzentrieren beim Reden, damit dann nicht so viel Blödsinn 'rauskommt.

Sujet erinnert an NPD-Wahlkampf in Deutschland

Man darf sich nicht ausmalen, was los gewesen wäre, würde sich ein blauer Politiker auf einem Plakat so präsentieren wie Herr Schnabl in Niederösterreich. Schnabl könnte das Sujet von NPD-Chef Udo Voigt in Deutschland abgeschaut haben. 2011 ließ sich der Bundesvorsitzende dieser Partei im Berliner Wahlkampf auf einem Motorrad ablichten, seine Hand umfasste den Gasgriff und quer über das Plakat prangte in großen Buchstaben "GAS geben!"

Voigt selbst fand die Vorwürfe haltlos. Gegenüber dem Spiegel sagte er:

Ich bin passionierter Motorradfahrer und will mit Gas ins Abgeordnetenhaus. Nach 66 Jahren muss man aufhören, Dinge aus der Vergangenheit zu berücksichtigen.

Damals bezeichnete Andreas Gram (CDU) das Plakat als "menschenverachtend". Der Grüne Volker Ratzmann bewertete es als "bewusste Provokation" und Elke Breitenbach von den Linken ließ das Plakat von Juristen auf strafrechtliche Relevanz prüfen.

 

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