Türke entführte Kinder: Tochter traf Mutter nach 40 Jahren in Salzburg wieder | Unzensuriert.at

Türke entführte Kinder: Tochter traf Mutter nach 40 Jahren in Salzburg wieder

Im Salzburger Itzling kam es zum Wiedersehen von Mutter und Tochter nach vierzig Jahren.  Foto: Peter g at szg (talk) / wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Im Salzburger Itzling kam es zum Wiedersehen von Mutter und Tochter nach vierzig Jahren.
Foto: Peter g at szg (talk) / wikimedia (CC BY-SA 3.0)
16. Januar 2018 - 18:15

Berührendes Wiedersehen nach mehr als vier Jahrzehnten in Salzburg: Eine heute 47-jährige Frau, die damals als einjähriges Mädchen von ihrem Vater, einem türkischen Gastarbeiter, entführt und in die Türkei gebracht wurde, traf im Seniorenwohnhaus Itzling ihre 79-jährige Mutter.

Mutter spricht Deutsch, Tochter Türkisch

„Es ist der schönste Tag in meinem Leben“, sagte sie gegenüber dem ORF. Die Kameras waren dabei, als sich Mutter, Tochter und die achtjährige Enkelin in den Armen hielten und Tränen flossen. Miteinander sprechen konnten sie nicht. Die Salzburgerin spricht kein Türkisch, ihre Tochter, in der Türkei aufgewachsen, kein Deutsch.

Wie konnte es dazu kommen, dass die gebürtige Deutsche aus Niedersachsen dieses Martyrium erleben musste?

Mit Kindern auf Bauernhof geflüchtet

Im ORF-Bericht erzählt sie, dass sie von ihrem türkischen Ehemann misshandelt wurde und deshalb mit ihren Kindern Anfang der siebziger Jahre auf einen Bauernhof nach Österreich flüchtete. Dort habe sie der Mann aber aufgespürt und ihr die beiden Kinder entrissen.

Es war furchtbar. Wenn sie mit den Kindern hinfahren irgendwo, Sie sind einkaufen, und plötzlich kommt da jemand und nimmt Ihnen die Kinder weg. Das ist eine Katastrophe. Er hat seine Helfershelfer gehabt. Und die hätten mich fast umgebracht.

Wiedersehen erst nach dem Tod des Vaters

Die Mutter hat seither mit ihren beiden Mädchen, ein und zwei Jahre alt, keinen Kontakt mehr. Zum Wiedersehen ist es gekommen, nachdem der Vater stirbt und die Kinder draufkommen, dass ihre Mutter noch lebt. Tatsächlich landet ihr Brief im Seniorenwohnheim Itzling, wo die Mutter heute lebt.

 

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