Gruppenvergewaltigung durch bis zu 20 Migranten: Alle Angeklagten freigesprochen

Typischer Wohnblock im Migrantenghetto Fittja, dem Ort der Gruppenvergewaltigung. Foto: Holger Ellgaard / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Typischer Wohnblock im Migrantenghetto Fittja, dem Ort der Gruppenvergewaltigung.
Foto: Holger Ellgaard / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)

Im Stockholmer Vorort Fittja vergewaltigten bis zu 20 Einwanderer im August 2016 eine Frau auf besonders brutale Weise. Die Polizeiermittlung verlief wegen angeblichen „Ressourcenmangels“ sehr nachlässig. Erst im November 2017 wurden fünf mutmaßliche Täter angeklagt. Alle Angeklagten wurden am 19. Dezember 2017 aus „Mangel an Beweisen“ freigesprochen.

Das Gericht begründet den Freispruch einerseits mit der schlampigen Polizeiarbeit, andererseits mit der mangelnden Glaubwürdigkeit des Opfers. Die Frau sei zum Tatzeitpunkt unter Drogeneinfluss gestanden, daher könne man sich auf ihre Aussagen nicht verlassen. Es sei somit nicht erwiesen, ob eine Vergewaltigung stattgefunden habe.

Freispruch schwer nachvollziehbar

Der Freispruch ist aus mehreren Gründen schwer nachvollziehbar. Die Frau wurde schon wenige Stunden nach der Tat medizinisch untersucht. Dabei wurden erhebliche körperliche Verletzungen dokumentiert. Ein Arzt sagte aus, die Verletzungen seien schwerer, als dies normalerweise bei Vergewaltigungen der Fall sei.

An Körper und Kleidung der Frau wurden zahlreiche Spermaspuren gesichert. In diesen konnte die DNS von drei der Angeklagten nachgewiesen werden. Die Angeklagten gaben zu, dass sie Oralsex mit dem Opfer hatten, jedoch sei dieser freiwillig erfolgt. Die Frau habe von den Tätern Drogen kaufen wollen. Da sie kein Geld gehabt hätte, habe sie mit sexuellen Diensten bezahlt.

Die Frau gibt zu, dass sie von einem der Täter Drogen kaufen wollte, dieses Angebot sei jedoch nur eine Finte gewesen, um sie in das Treppenhaus zu locken. Dort warteten dann mehrere Männer und begingen die Gruppenvergewaltigung an ihr.

Augenzeuge wollte keine Probleme mit Kriminellen

Es gab einen Augenzeugen der Vergewaltigung, welcher jedoch nicht die Polizei rief. Als Grund für seine Untätigkeit gab er an, dass er keine Probleme mit den kriminellen Banden wolle. Offensichtlich sah der Mann also eine Vergewaltigung, da er sich sonst nicht auf diese Weise hätte rechtfertigen müssen.

Ein Täter filmte das Geschehen mit dem Mobiltelefon. Vor Gericht begründete er dies damit, dass er dokumentieren wollte, dass die sexuellen Handlungen einvernehmlich seien. Das Telefon mit dem Film habe er inzwischen jedoch leider verloren.

Heftige Kritik am Urteil

An dem Urteil gab es von mehreren Seiten heftige Kritik. Die Anwältin des Opfers sagte dazu:

Das Urteil ist eine Schande für unser Rechtssystem. Kein Täter sollte mit so einer grausamen und rücksichtslosen Tat davonkommen. Das ist die schlimmste Gruppenvergewaltigung, die mir in 26 Jahren untergekommen ist. Ich glaube nicht, dass meine Mandantin eine gerechte Untersuchung bekommen hat, und das liegt unter anderem an ihrem Hintergrund und ihrer Person.

Richterin lächelte die Angeklagten stets freundlich an

Auch das Opfer selbst meldete sich in einem Video zu Wort und kritisierte das Verhalten der Richterin. Diese habe sich den Angeklagten gegenüber mild und weich verhalten und diese stets freundlich angelächelt. Sie selbst habe die Richterin kaum angesehen, sie habe sich dadurch wertlos und wie ans Kreuz geschlagen gefühlt.

Alle Angeklagten sind Ausländer und waren zuvor bereits mehrfach kriminell. Einer wurde schon elfmal verurteilt, zwei andere jeweils neunmal.

Opfer erfährt Unterstützung aus der Gesellschaft

Knapp 70.000 Menschen unterzeichneten einen Aufruf zur Solidarität mit dem Opfer. Mehrere Kundgebungen wurden abgehalten, davon eine in Fittja. Bei einer dieser Demonstrationen erschienen auch einige der Angeklagten und griffen die Aktivisten verbal an mit den Worten „Warst du dort, wie es passierte? Ich war dort“ sowie „Geh nach Hause und weine“. Einer rief den Demonstranten zu, dass die Frau ein „Junkie“ sei.

Der Journalist Joakim Lamotte initiierte eine Spendenkampagne für das Opfer. Bei dieser kamen 600.000 Kronen (circa 61.000 Euro) zusammen. Für das Opfer ist das gesammelte Geld eine große Hilfe. In dem bereits erwähnten Video bedankt sich die Frau herzlich beim schwedischen Volk.

Ein neuer Prozess ist möglich

Ob am Ende tatsächlich niemand verurteilt wird, ist noch unklar. Im November 2017 gab es zahlreiche DNS-Proben, die noch nicht analysiert worden waren. Wenn diese endlich analysiert werden, könnte es zu neuen Anklagen kommen. Wenn.

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