Produktfälschung: Schuhproduzent Birkenstock verabschiedet sich von Amazon-Vertrieb

Deutscher Paradeschuhproduzent Birkenstock verabschiedet sich von Vertrieb über US-Online-Händler Amazon. Foto:  Leit / Wikimedia (PD)
Deutscher Paradeschuhproduzent Birkenstock verabschiedet sich von Vertrieb über US-Online-Händler Amazon.
Foto: Leit / Wikimedia (PD)

Massive Verwerfungen in den Geschäftsbeziehungen gibt es zwischen dem deutschen Schuhproduzenten Birkenstock und dem US-Online-Händler Amazon. Das deutsche Familienunternehmen Birkenstock hat mit Datum 1. Jänner 2018 sämtliche Vertragsbeziehungen mit Amazon beendet.

Amazon tat nichts gegen Produktfälschungen 

Grund dafür ist laut einer Aussendung von Birkenstock der Vorwurf gegenüber Amazon, dass auf dem betriebenen Marktplatz Produktfälschungen vertrieben worden seien:

Die BIRKENSTOCK GmbH & Co. KG und die mit ihr verbundenen Unternehmen beenden mit Wirkung zum 1. Januar 2018 die Geschäftsbeziehung mit der Amazon EU S.à.r.l. Von diesem Zeitpunkt an stellt BIRKENSTOCK die direkte Belieferung der in Luxemburg ansässigen Europa-Tochter des US-Online-Händlers vollständig ein. Die Entscheidung gilt für das gesamte Produktsortiment von BIRKENSTOCK.

Das traditionsreiche deutsche Familienunternehmen macht gegenüber dem weltweit größten Online-Händler geltend, dass es auf dem von Amazon betriebenen "Marketplace" zu einer Reihe von Rechtsverstößen kam, die der Plattformbetreiber nicht aus eigenem Antrieb verhindert hat. BIRKENSTOCK hatte mehrfach beanstandet, dass dort wiederholt minderwertige Produktfälschungen angeboten wurden, die Markenrechte von BIRKENSTOCK verletzten und die Verbraucher über die Herkunft der Waren täuschten.

Birkenstock: Vertrauensverhältnis zu Amazon massiv gestört

Birkenstock macht in der Aussendung geltend, dass es zu einer massiven Störung des Vertrauensverhältnisses mit Amazon gekommen sei. So seien einschlägige Verstöße wegen Produktfälschungen durch Amazon nicht entsprechend verfolgt bzw. abgestellt worden:

Nach Auffassung von BIRKENSTOCK gehört es jenseits der Frage nach rechtlichen Verpflichtungen zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit, dass Amazon als Betreiber des Marketplace nach der erstmaligen Mitteilung über einen derartigen Rechtsverstoß alles in seiner Macht Stehende tut, um diesen und gleichartige Verstöße aus eigenem Antrieb zu verhindern. Eine verbindliche Erklärung, dafür zu sorgen, dass keine Nachahmungen von BIRKENSTOCK Produkten mehr auf dem Marktplatz angeboten werden, steht bis heute aus. Stattdessen kam es in den letzten Monaten zu weiteren, anders gearteten Rechtsverstößen, die von Amazon nicht proaktiv verhindert wurden.

Die Störung des Vertrauensverhältnisses hat BIRKENSTOCK zum Anlass genommen, die Geschäftsverbindung mit dem Online-Händler nun auch in Europa zu beenden. Im Januar dieses Jahres hatte BIRKENSTOCK nach einer Reihe ähnlich gelagerter Vorfälle in den Vereinigten Staaten bereits die Belieferung von Amazon USA gestoppt.

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