Unternehmer in Kärnten würden Kern und Kurz mit "nassem Fetzen" verjagen

In Heiligenblut verzeichnete man diesen Sommer Rekordnächtigungen. Doch wegen Personalmangels können viele ihren Betrieb kaum noch führen. Foto: Unzensuriert.at
In Heiligenblut verzeichnete man diesen Sommer Rekordnächtigungen. Doch wegen Personalmangels können viele ihren Betrieb kaum noch führen.
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28. August 2017 - 15:00

Das Schönreden der Politiker vor der Wahl kommt im Kärntner Mölltal überhaupt nicht an. "Wir haben die Nase voll - Kern und Kurz würden wir mit nassen Fetzen davonjagen", sagen praktisch alle Gastwirte in der Umgebung von Heiligenblut. Grund: Sie finden einfach kein Personal mehr. Und dafür geben sie den SPÖ- und ÖVP-Politikern die Schuld.

Umsatzeinbußen trotz Rekordnächtigung

Die Mindestsicherung sei einfach zu hoch, trotz hoher Arbeitslosigkeit fänden sie deshalb keine Köche, Kellner oder Zimmermädchen. Das ist bitter: Denn dieser Sommer brachte in der Region eine Rekordnächtigung. Aber viele Betriebe mussten die Leistungen herunterschrauben - etwa mit Angeboten aus der Küche - und gezwungenermaßen weniger Umsatz machen, weil die Arbeit allein mit Familienmitgliedern nicht zu bewältigen war.

"Zu mir braucht kein Politiker mehr kommen"

Die Tauernalm an der Glockner Hochalpenstraße sperrt im September voraussichtlich zu. "Es hat einfach keinen Sinn mehr. Zu mir braucht kein Politiker mehr kommen", lässt Gerwald Wallner seinem Ärger Luft. Ähnliches hört man von Toni, der das Volkerthaus führt. Ihm geht beim Thema "Mindestsicherung" sowieso gleich die Galle hoch.

Mit Arbeit bleibt weniger als mit Mindestsicherung

Man braucht aber gar nicht so weit weg ins Kärntner Mölltal zu schauen, um Politikerfrust ernten zu können. Auch in Wien gibt es Beispiele, die nur Kopfschütteln hervorrufen.

Eine Langzeitarbeitslose, 47, erzählt unzensuriert.at, wie sie vom AMS für einen Bürojob vermittelt wurde. Mit einem Bruttolohn (!) von 1.200 Euro blieb ihr im Endeffekt weniger zum Leben als vorher, als sie die Mindestsicherung bekommen hat. Denn als sie die Arbeit annahm, wurde ihr die Mietbeihilfe in Höhe von rund 300 Euro gestrichen.

Wie soll jemand mit 1.100 Euro netto in Wien leben?

Hatte sie mit der Mindestsicherung und Mietbeihilfe also etwas mehr als 1.100 netto "verdient", blieben ihr durch Arbeit weniger als 1.000 Euro netto übrig. "Wer geht da noch freiwillig arbeiten?", fragt sich die Dame wohl zurecht. Sie schmiss ihren Job wieder hin, auch weil sie mit dem Hund der Unternehmerin Gassi gehen und die Hundstrümmerln wegräumen musste.

Wie jemand bei den irren Preisen und Wohnungsmieten in Wien heutzutage überhaupt mit 1.000 oder 1.100 Euro netto leben soll, ist eine andere Frage...

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