ORF bringt Verhaftung von Kern-Berater in der ZIB13 nur als Kurzmeldung

Der ORF wurde bei der Berichterstattung über die Verhaftung des Kern-Beraters Silberstein seinem Rotfunk-Image vollends gerecht. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation  / Wikimedia CC BY-SA 2.0
Der ORF wurde bei der Berichterstattung über die Verhaftung des Kern-Beraters Silberstein seinem Rotfunk-Image vollends gerecht.
Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / Wikimedia CC BY-SA 2.0
14. August 2017 - 13:35

Wenn der Wahlkampfberater von SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern, Tal Silberstein, in Israel festgenommen wird, weil Geldwäsche-Verdacht besteht, dann ist das keine Kleinigkeit. So sehen das auch die meisten Medien, die groß berichteten.

Nur Kurzmeldung in der ZIB 13

Doch was tut der ORF? Zuerst verschläft er die spannendste Politikgeschichte, die andere schon in den Morgenstunden brachten, bis Mittag, und dann wird die Meldung in der ZIB 13 unter fernen Liefen gebracht. In den Schlagzeilen kam der SPÖ-Skandal überhaupt nicht vor.

Rotfunkt-Image gerecht geworden

Auch news.ORF.at wird dem Rotfunk-Image einmal mehr gerecht, indem das Thema gegenüber Printmedien mit stündlicher Verspätung als „Breaking News“ verkauft wird und als Titel – man glaubt es kaum – „SPÖ trennt sich von Wahlkampfberater“ gewählt wird.

Von Knalleffekt oder Hiobsbotschaft keine Rede

Von „Hiobsbotschaft für SPÖ-Chef und Bundeskanzler Christian Kern“, wie der Kurier schreibt, oder von einem „vorentscheidenden Knalleffekt im Nationalratswahlkampf“, wie es die Krone bezeichnet, keine Rede.

Peinliche "Erfindung" von Kanzler Kern

In der SPÖ geht es derweilen rund: Erst vor wenigen Wochen hatte Kampagnenleiter Stefan Sengl aus „privaten Gründen“ seine Funktion zurückgelegt. Jetzt wurde Berater Tal Silberstein, laut FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl eine „Erfindung“ von Kanzler Christian Kern, festgenommen. So nebenbei gibt es auch Vorwürfe, Kern würde mit seinem Personenkomitee das Parteienfinanzierungsgesetz umgehen wollen.

"Vertuschungs- und Niederhaltungskartell" im ORF

„In diesem Fall haben praktisch alle anderen Medien die Brisanz dieser Affäre erkannt und berichten, angeführt von ‚Österreich‘ und der ‚Kronen Zeitung‘ dem Anlass entsprechend breit und intensiv“, kritisiert FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl das "Vertuschungs- und Niederhaltungskartell" im ORF. Die sicherlich erfolgten Versuche der SPÖ, die Sache medial klein zu halten, hätten offenbar nur am Küniglberg gefruchtet.

FPÖ macht Wrabetz persönlich verantwortlich

„Dieses ORF-Kartell des Verschweigens, Niederhaltens und Zudeckens steht unter der vollen Verantwortung von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, der ja die Informations-Agenden während des Wahlkampfs an sich gezogen hat. Spätestens seit heute wissen wir auch warum. Die zweite Hauptrolle spielt TV-Chefredakteur Fritz Dittlbacher“, macht der FPÖ-Generalsekretär die Verantwortlichen dieses Medienskandals namhaft.

Wollen Sie täglich per Mail über die neuesten Artikel informiert werden? Hier können Sie sich anmelden.
Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
in

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.