FPÖ-Hasser Schmidinger erklärt IS-Mörder im ORF zur „verwirrten Person“

ORF-Beitragsgestalterin Ulla Kramar-Schmid und "Experte" Thomas Schmidinger: Nur schnell weg mit dem IS-Verdacht! Foto: © Parlamentsdirektion / Johannes Zinner bzw. Heinrich-Böll-Stiftung / flickr (CC BY-SA 2.0)
ORF-Beitragsgestalterin Ulla Kramar-Schmid und "Experte" Thomas Schmidinger: Nur schnell weg mit dem IS-Verdacht!
Foto: © Parlamentsdirektion / Johannes Zinner bzw. Heinrich-Böll-Stiftung / flickr (CC BY-SA 2.0)
7. Juli 2017 - 12:04

Erst am Donnerstag hat FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl den ORF für seine Nicht-Berichterstattung über den IS-Hintergrund des bestialischen Mordes an einem alten Linzer Ehepaar massiv kritisiert. Noch am gleichen Abend bewies die ZiB-2-Redaktion unter Heranziehung von gleich fünf Journalisten, dass Berichterstattung – gerade im Falle des roten Staatsfunks – noch viel schlimmer sein kann als Nicht-Berichterstattung. Der federführend von Stefan Hartl und Ulla Kramar-Schmid gestaltete Beitrag ist ein besonders übles Werk der Manipulation und Propaganda.

Motiv zunächst unklar – wirklich?

Besonders Kramar-Schmid, jahrelang geschult beim diesbezüglich beinahe wöchentlich einschlägig auffälligen profil, ist natürlich nicht so dumm, offensichtlich zu lügen, wobei die für Lou Lorenz-Dittlbacher vorbereitete Moderation dem recht nahekommt:

Vergangenen Freitag stellte sich ein 50-jähriger Mann der Linzer Polizei. Er gab an, ein Ehepaar - 85 und 87 Jahre alt - getötet zu haben. Motiv: zunächst unklar.

So unklar, dass schon tags darauf der oberösterreichische Polizeidirektor verkünden musste, dass der tatverdächtige Tunesier bei den ersten Einvernahmen erklärt habe, aus Hass auf die FPÖ gehandelt zu haben. Den Grund dafür, warum er glaubte, der Mord an den betagten Pensionisten werde dem gerecht, nannte Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner am Donnerstag Vormittag in einer Pressekonferenz: Ein Foto in der Wohnung der dem Mordverdächtigen persönlich bekannten Opfer, das Haimbuchner und den Sohn des Paares, einen Mitarbeiter der Landesregierung, zeigt.

Hass auf die FPÖ wird ausgeklammert

Der Hass auf die FPÖ als treibende Kraft wird in dem folgenden, fast vierminütigen Beitrag jedoch gänzlich zur Seite geschoben. Ziel ist es, den von Innenminister Sobotka bekanntgegebenen IS-Hintergrund zu entkräften. Dazu wird ein Widerspruch zwischen Sobotka und seinem Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, konstruiert, der mit folgenden Antwort-Teilen der beiden belegt wird:

Sobotka: Mord, der einen eindeutigen IS-Hintergrund hat und da ist nichts hinzuzufügen und das geht aus den Ermittlungen hervor.

Kogler: Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir keinen Hinweis, dass diese IS-Einstellung eine Motivation für diese Tat war.

„Was gilt jetzt?“, fragt die ORF-Sprecherin provokant, um den angeblichen Widerspruch zu betonen. Ein Widerspruch, der sich freilich nur aktiv suchenden ORF-Mitarbeitern mit notorischer Abneigung gegen Polizei, Innenminister und gegen die FPÖ sowieso auftut. Denn tatsächlich ist beides richtig. Der Tatverdächtige hat offensichtlich IS-Hintergrund und damit auch die ihm zuzuschreibende Tat. Ob aber die Bewunderung der Terrorgruppe oder der Hass auf die FPÖ die treibende Motivation für die Tat war, ist den Ermittlern noch nicht bekannt.

Als IS-Fan mordet es sich leichter

Doch betrachten wir das Ganze einmal von der Seite der im ORF-Zentrum chronisch abwesenden Vernunft. Wer sich ideologisch dafür begeistert, dass Menschen abgeschlachtet werden, der schlachtet auch selbst ohne große Hemmungen. Ist es überhaupt vorstellbar, dass die Bewunderung für einen Verein, dessen Wirken im Sprengen und Niederfahren von Menschen sowie im Abschneiden von Köpfen besteht, keinen Anteil daran hat, einen (vielleicht schon länger bestehenden, vielleicht auch von entsprechenden Medienberichten befeuerten) Hass auf die FPÖ zu einem bestialischen Doppelmord ausarten zu lassen?

Schmidinger und die linke Theorie von der Verwirrung

Die Antwort fällt wohl bei den meisten logisch denkenden Menschen ähnlich aus und damit völlig konträr zu dem „Experten“, der nun seinen ZiB2-Auftritt hat: Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger – jüngst zu zweifelhaftem Ruhm durch ein Stinkefinger-Foto bei der Gedenkstätte für Jörg Haider gelangt – darf als „Islam- und Extremismusexperte“ seine Einschätzung geben. Die lautet:

Das wäre auf jeden Fall der erste Anschlag, der erste Mord des IS, wo der Täter ein ihm bekanntes älteres Paar tötet, kein Bekennerschreiben abgibt, auch vom IS ist nichts zu hören und danach eben zur Polizei in aller Ruhe fährt, sich auch noch anstellt und dann eine Selbstanzeige aufgibt. Aber für mich klingt das Ganze eher nach einer verwirrten Person als nach jemandem, der tatsächlich ein politisches Motiv im engeren Sinn hatte.

Man könnte als Motiv für diese absurde Einschätzung des bekannt extrem linken Schmidinger „Hass auf die FPÖ“ vermuten.

In alle Richtungen ermitteln!

Am Ende des Berichts wird noch einmal ein Satz von Konrad Kogler missbraucht, um den Eindruck zu verstärken, dass die Polizei eigentlich eh gar nichts weiß. In alle Richtungen ermitteln – vielleicht tut sich ja doch noch ein rechtsextremer Tathintergrund auf. Man spürt förmlich den Zusammenhang, aus dem Koglers Worte gerissen wurden:

Am Beginn von Ermittlungen ist man sehr gut beraten, dass man nicht zu früh bestimmte Sachverhalte als gegeben annimmt und dass man zu früh bestimmte Dinge ausschließt, sondern dass man wirklich hoch professionell in alle Richtungen ermittelt und dann erst die notwendigen Schlüsse daraus zieht.

Und Lou Lorenz-Dittlbacher fängt das offene Ende auf mit dem bedrohlichen Satz „Fortsetzung folgt also“ auf – bitte nicht!

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