Südtiroler Schützen weigern sich, zu italienischer Hymne stramm zu stehen

Die Tiroler Schützen zeigen Charakter und bleiben Streitbeilegungsfeier fern. Foto: Wolfgang Moroder / wikimedia (CC BY-SA 3.0 DE)
Die Tiroler Schützen zeigen Charakter und bleiben Streitbeilegungsfeier fern.
Foto: Wolfgang Moroder / wikimedia (CC BY-SA 3.0 DE)
3. Juni 2017 - 11:23

Ein „landesüblicher Empfang“ sollte es laut dem Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) am 11. Juni in Bozen werden. Für die Südtiroler Schützen gehört das Abspielen der italienischen Hymne allerdings nicht dazu. Sie beschlossen, gemeinsam mit ihren Nord- und Osttiroler Kollegen der Veranstaltung fernzubleiben.

Italienische Hymne – nein danke!

Am 11. Juni wird in Bozen das 25-jährige Jubiläum der österreichisch-italienischen Streitbeilegung gefeiert. In diesem Rahmen wird auch ein Treffen der Staatspräsidenten Italiens und Österreichs stattfinden. Traditionell nehmen die Schützen an derartigen Landesfeierlichkeiten teil. Dass es diesmal anders sein wird, liegt laut Landeskommandant Elmar Thaler am Beharren des Südtiroler Landeshauptmanns, die italienische Staatshymne abspielen lassen zu wollen.

Kompromisslösung scheint vom Tisch

Ursprünglich soll der Landeshauptmann den Schützen einen Kompromiss in Aussicht gestellt haben. Dieser hätte die Tiroler Landeshymne und statt der Staatshymnen die Europahymne beinhaltet. Davon will Kompatscher laut Thaler nun aber nichts mehr wissen.

Italienische Hymne beleidigt Vaterland

Gegenüber der Tiroler Tageszeitung erklärte der Schützenkommandant, dass man nach eingehender Diskussion ursprünglich mehrheitlich der Meinung gewesen sei, den Empfang durchzuführen. Wenn die Schützen nun aber, anders als in den Verhandlungen in Aussicht gestellt, zu einer Hymne strammstehen müssten, welche das österreichische Vaterland beleidige, ziehe man sich dankend zurück.

Da die Südtiroler Schützen somit nicht an der Veranstaltung teilnehmen werden, wollen auch ihre Nord und Osttiroler Kameraden nicht nach Bozen anreisen. Die Blamage für den Südtiroler Landeshauptmann ist damit perfekt.

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