US-Geheimdienst CIA zeichnet den Kronprinzen seines Bündnispartners bei der Destabilisierung des Nahen Ostens mit „Friedensmedaille“ aus

 Der Kronprinz 2013 nach einer Unterschriften-Zeremonie mit der damaligen US-Außenministerin Hillary Clinton. Foto: U.S. Department of State / Wikimedia gemeinfrei
Der Kronprinz 2013 nach einer Unterschriften-Zeremonie mit der damaligen US-Außenministerin Hillary Clinton.
Foto: U.S. Department of State / Wikimedia gemeinfrei
15. Februar 2017 - 9:00

Kein verfrühter Aprilscherz. Ausgerechnet der Kronprinz des Mutterlandes des islamischen Weltterrorismus wurde vergangenen Freitag mit einer Medaille für den "Kampf gegen den Terror" ausgezeichnet. Dies berichtet die Nachrichtenplattform Al Arabiya.

Saudi-Arabien wichtiger Financier des islamischen Terrors

Ausgezeichnet wurde der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Saudi-Arabiens, Mohammed bin Nayef bin Abdulaziz al-Saud, vom neu bestellten CIA-Direktor Michael Pompeo für seine „besondere geheimdienstliche Arbeit zur Bekämpfung von Terrorismus und seinen Beitrag zu internationalem Frieden und Sicherheit“.

Der Minister ist Repräsentant jenes Landes, das als wichtigster Unterstützer der grausamen Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gilt. Im Bürgerkrieg im Jemen zeichnet Saudi-Arabien zudem für zahlreiche Kriegsverbrechen verantwortlich.

Bei Umstürzen bzw. Umsturzversuchen im Nahen Osten, wie zuletzt in Syrien, war das Saudische Königshaus allerdings stets ein verlässlicher Partner der US-Regierung und der CIA. Benannt ist die Medaille nach dem vormaligen CIA-Direktor George Tenet.

Falschinformationen der CIA als Vorwand für Irak-Krieg

George Tenet war von Juli 1997 bis Juni 2004 Direktor der CIA. In seine Amtszeit fallen die angebliche Terrorattacke auf das World Trade Centre in New York und der Irak-Krieg.

In einem Fernsehinterview bezichtigte er Ex-Präsident George W. Bush und Vize-Präsident Dick Cheney, seine Äußerungen zu Massenvernichtungswaffen im Irak aus dem Zusammenhang gerissen zu haben und dies als Vorwand für den Angriff auf das Land genutzt zu haben.

Zuvor soll Tenet vom damaligen BND-Präsidenten August Hanning den Hinweis erhalten haben, dass die Angaben des Informanten "Curveball" über irakische Massenvernichtungswaffen des Irak nicht bestätigt werden konnten. Mit der Zerstörung des Irak ging das militärische Erstarken der Terrororganisation Islamischer Staat einher.

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