Standard beschimpft Spar, weil er wieder auf Halal-Fleisch verzichtet

Spar stellte nach einer kurzen Testphase den Verkauf von moslemisch rituell geschlachtetem Fleisch wieder ein. Foto: Wikimedia - Bernd Schwabe in Hannover - CC BY-SA 3.0
Spar stellte nach einer kurzen Testphase den Verkauf von moslemisch rituell geschlachtetem Fleisch wieder ein.
Foto: Wikimedia - Bernd Schwabe in Hannover - CC BY-SA 3.0
4. Dezember 2015 - 13:01

Mehr zum Thema

„Halal-Fleisch gehört in einen Supermarkt“ titelt - völlig wertfrei - der Standard.at vom 3. Dezember. Im „Blog Krisenfrey“ – Autor: Eric Frey – wird die „einzige in österreichischem Besitz stehende Supermarktkette Spar“ massiv kritisiert, weil sie nach kurzer Testphase den Verkauf von moslemisch rituell geschlachtetem Fleisch wieder eingestellt hat. Hintergrund soll vor allem die massive Kritik aus der Bevölkerung gewesen sein.

Journalistische Niederlage

Es steht Herrn Frey natürlich frei, sich für Halal-Fleisch stark zu machen, es möglicherweise auch zu verzehren. Warum er aber als Tageszeitungsredakteur einen eindeutig tendenziös gefärbten Pro-Halal-Bericht abliefert, verstehen nicht einmal viele seiner Leser, die wohl kaum aus der rechten Gesinnungsgemeinschaft stammen (siehe Kommentare zum Artikel). Das journalistische Berufsethos gebietet eigentlich unabhängige und gut recherchierte Berichterstattung.

Doch was Frey macht, ist keine Berichterstattung, es ist Meinung. Meinung, wie er und etliche seiner Gesinnungsgenossen sie machen, wenn es gilt, fremde „Kulturen“ oder Gebräuche hierzulande durchzusetzen – wenn nötig auch gegen den Willen der autochthonen Bevölkerung. Denn Fremde sind prinzipiell gut, Einheimische, die sich und ihre Kultur bedroht sehen, dumpfe Stammtischproleten, Alltagsfaschisten, die sich aus Prinzip und Engstirnigkeit gegen alles Fremde wehren.

USA muss für linke Argumentationshilfe herhalten

Zitiert wird die - diesmal praktischerweise als Hort der Toleranz und Weltoffenheit gepriesene – USA, wo es angeblich “seit Jahrzehnten üblich ist, koscheres Fleisch anzubieten“. Dass die USA, die Heimat von "Junk Food", auch gleichzeitig jene Staatengemeinschaft sind, in der Tierschutz, Verzicht auf Chemie in Ackerbau und Viehzucht oder Bio-Landwirtschaft im Vergleich zu Europa bestenfalls in den Kinderschuhen steckt, lässt der Autor gnädig beiseite.

Er ist auch unsensibel genug, den Österreichern einen Mangel an „Integrationsbereitschaft“ gegenüber „seiner wachsenden muslimischen Bevölkerung“ zu unterstellen. Immerhin würde das konventionelle Schlachtvieh hierzulande ja genauso leiden.

Ja, das tut es wahrscheinlich, wenngleich ein kurzer, letaler Stoß ins Hirn eines Tieres mit dem Schlachtschussapparat wesentlich humaner erscheint als die Schächtung, wo dem armen Vieh die Kehle durchgeschnitten wird und es langsam verblutet - immerhin unter Gebetsformeln.

"Integration" durch mittelalterliche Vorschriften

Wenn es hier um „Integrationsbereitschaft“ geht, so stellt sich zunächst aber einmal die Frage, warum ehemalige Orientalen, die längst mitteleuropäische Sozialsysteme, Technik, Infrastruktur, Medikamente und Hygienegebräuche nutzen, auf „Halal-Fleisch“ bestehen. Rein ernährungstechnisch ein völliger Unsinn. Es handelt sich dabei also lediglich um überholte, religiöse Vorschriften aus dem Mittelalter, die hier im Europa des 21. Jahrhunderts irrational nachgelebt werden sollen. In einem Land, in dem wir Lebensmittelvorschriften aus gutem Grund den zuständigen Behörden (oder dem persönlichen Gewissen) überlassen.

Es sei kleinen, orthodoxen Gruppen unbenommen, ihr Fleisch oder was sonst auch rituell zu schlachten und zu verzehren, wie das auch im koscheren Bereich üblich ist. Aber warum zum Kuckuck soll in österreichischen Supermärkten einer absolut nicht-österreichischen Schlachtkultur Rechnung getragen werden, die ganz offensichtlich darauf abzielt, Parallelgesellschaften mit irrationalen Gebräuchen zu fördern und als „normal“ zu etablieren.

Standard als Einwanderer-Beschleuniger

Was der Standard bzw. Herr Frey hier versucht, ist erweiterter Gesinnungsterror. Zuerst beten wir immer mehr Ausländer in unser Land. Wenn dann genug da sind, propagieren wir deren Lebensweisen (weil ja schon so viele da sind) und brandmarken alle, denen das spanisch vorkommt, als dumpfe Nazis. Und wenn wir nicht aufpassen, werden wir - die hier seit Generationen lebenden - in mittelbarer Zukunft nicht nur von Standard-Aufrührern sondern auch schon absolut überstimmt.

Wollen Sie täglich per Mail über die neuesten Artikel informiert werden? Hier können Sie sich anmelden.
Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
Loading...
in

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.