Kulturminister Ostermayer als Totengräber der weltberühmten "Sammlung Alter Musikinstrumente" | Unzensuriert.at

Kulturminister Ostermayer als Totengräber der weltberühmten "Sammlung Alter Musikinstrumente"

Die Sammlung Alter Musikinstrumente zählt zu den wertvollsten Museumskollektionen der Welt und steht daher auch unter Weltkulturerbe-Schutz. Foto: Andreas Praefcke/Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Die Sammlung Alter Musikinstrumente zählt zu den wertvollsten Museumskollektionen der Welt und steht daher auch unter Weltkulturerbe-Schutz.
Foto: Andreas Praefcke/Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
28. Mai 2015 - 9:30

Österreich steht ganz knapp vor seiner ideologischen Erlösung: Die regierenden Sozialisten möchten das vom gesinnungstreuen Historiker Oliver Rathkolb kuratierte Haus der Geschichte realisiert sehen. So weit, so gut – ist doch hinlänglich bekannt, dass gerade die Sozial-„Demokratie“ sich immer wieder gefeiert sehen will.

Gastkommentar von Markus Vorzellner

Dass dafür jedoch eine der wertvollsten Museumskollektionen der Welt, die „Sammlung Alter Musikinstrumente“ in der Wiener Hofburg, das Feld räumen soll, um die klimatechnisch eigens für die wertvollen Exponate ausgerüsteten Räume sozialistischen Huldigungsphantasien zu überlassen, stößt bei vielen Menschen, die dieser ideologischen Verblendung nicht unterliegen, auf größtes Unverständnis.

Die panische Angst vor einem möglichen Scheitern des roten Prestige-Unternehmens lässt Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) daher auch mit falschen Zahlen operieren. So gab er diesen Februar bekannt, dass jene elf Millionen Euro, die im Zuge der Verkleinerung des Weltmuseums frei würden, für die Schaffung des „Hauses der Geschichte“ verwendet werden sollen.

Ideologie-Projekt verschlingt Millionen

Zu erwähnen vergaß er dabei freilich, dass bereits der Abbau der Sammlung Alter Musikinstrumente und ihr Wiederaufbau an einem bisher völlig unbekannten Ort im günstigsten Fall 4,7 Millionen Euro betragen würden, womit – nach Adam Riese – für das Ideologie-Projekt im günstigsten Fall 6,3 Millionen bleiben würden, wobei allein dessen Aufbau sich in ähnlichem Millionen-Bereich bewegen würde. Was bliebe damit unterm Strich? Nun, Kurator Oliver Rathkolb wird dann wohl, aus sozialistischer Nächstenliebe heraus, sein Können und Wissen völlig unentgeltlich zur Verfügung stellen.

Den Urbestand der gegenwärtigen, unter dem Schutz des Weltkulturerbes stehenden Sammlung Alter Musikinstrumente bilden die Bestände des Tiroler Schlosses Ambras sowie jene des Castello di Catajo in der Nähe von Padua. Als Teil der Sammlung für Plastik und Kunstgewerbe des Kunsthistorischen Museums standen die Instrumente zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter der Ägide des gebildeten Kunsthistorikers Julius von Schlosser, der sie 1916 aus der Kunstgewerbe-Sammlung ausgliederte und sie in den Räumen der Hofburg aufstellen ließ, wo sie – mit Unterbrechungen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges – bis zur gegenwärtigen „Ära Ostermayer“ betrachtet werden können.

Bild mit Parteiabzeichen

Nicht nur die Sammlung, auch deren ehemaliger Direktor Julius von Schlosser ist roten Ideologen ein Dorn im Auge. In dem von Rathkolb-Schüler Peter Autengruber veröffentlichten „Forschungsprojekt-Endbericht“ mit dem Titel „Straßennamen Wiens seit 1860 als 'Politische Erinnerungsorte'“ kann man lesen:

Der mit dem Historiker Hans Hirsch befreundete Kunsthistoriker Julius von Schlosser war großdeutsch eingestellt. Er sprach sich schon 1920 im großdeutschen Sinn für den „Anschluss“ aus. Nicht wirtschaftliche, sondern ausschließlich nationale Gründe waren für ihn für den „Anschluss“ wichtig. Unklar ist, ob er auch NSDAP-Mitglied war. Kurz vor seinem Tod im Sommer 1938 zeigt ein Bild Schlosser mit dem Parteiabzeichen.

Kein Wort über seine wissenschaftliche Reputation. Kein Wort über die Publikationen, unter denen sich ein 1920 ediertes Verzeichnis aller Instrumente findet: Der Kunsthistoriker Schlosser ist den roten Ideologen völlig egal, das Herz jedoch geht ihnen auf, sobald ein Bild gefunden wird, das ihn mit Parteiabzeichen zeigt, obgleich „unklar ist, ob er auch NSDAP-Mitglied war.“

Dass Peter Autengruber in dieser Arbeit obendrein nicht einmal imstande ist, Autorennamen richtig abzuschreiben, weist ihn freilich als von sozialistischer Seite sanktionierten kompetenten Vermittler der genannten Materie aus.

Experten warnen vor Zerstörung von Kulturgut

Die Mitarbeiter der Sammlung hingegen dürfen nicht nach außen kommunizieren. Die Devise lautet: Schweigen oder …!  Diese sozialdemokraturischen Aktionen entpuppen sich freilich bei näherem Hinsehen als verzweifelter Todeskampf totalitärer Strukturen, die mit dem Einkauf grüner Abgeordneter Wahlrechtsreformen verhindern, um in armseliger Weise ihren Weg von Macht zu Ohnmacht noch verlängern zu können.

Doch zu viele Menschen wissen um derartige Umstände und haben es satt, dass ideologischer Sozialisten-Terror Kulturgut in derartiger Weise einer Gefahr aussetzt, die jeglicher Beschreibung spottet. Zu diesem Kulturgut zählen etwa eine Violine aus dem Besitz Leopold Mozarts, die beiden Geigen, die Carl Zach für die Brüder Schrammel anfertigte, Tasteninstrumente der berühmtesten Klavierbauer ihrer Zeit wie Anton Walter, André Stein, Johann Baptist Streicher oder Ludwig Bösendorfer, sowie ein Fünftel des weltweiten Bestandes an Renaissance-Blockflöten.

Warnungen führender Experten wie Nikolaus Harnoncourt oder Eduard Melkus vor Zerstörung dieser Sammlung lassen die roten Kultur-Bonzen kalt. Es steht zu befürchten, daß Herr Rathkolb zur Unterstützung der Genossen einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nachgehen wird, dem Aufstöbern nicht-restituierter „arisierter“ Instrumente. Ob er damit als Reziprok-Kurator in die Geschichte der österreichischen Sozialdemokratie eingeht (er vernichtet einen Weltkulturerbe-Bestand, während ein ideologischer geschaffen wird) bleibt abzuwarten. Völker, hört die Signale!

Markus Vorzellner lebt als Pianist (Schwerpunkt Kammermusik und Liedbegleitung), Musikpublizist und Pädagoge in Wien.

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