Dieser Kärntner Schlachthof schlachtet bald halal!

10. September 2014 - 14:00

Heimatbewusste Fleischgenießer aufgepasst: Der Klagenfurter Schlachthof der Marcher Fleischwerke GmbH wird seine Rinder bald nach den Regeln des Islam schlachten, besser gesagt schächten. Einige Produkte aus dem Sortiment sollen künftig nämlich mit dem Halal-Zertifikat verkauft werden, um den streng religiösen Speisevorschriften der Muslime gerecht zu werden. Der Betrieb wurde vergangenen Freitag von Vertretern des Islamischen Informations- und Dokumentationszentrums (IIDZ) geprüft. Der private Verein ist österreichweit der einzige Anbieter von Zertifikaten für Halal-Lebensmittel.

Das Unternehmen begründet den Schritt mit gesteigerten Umsätzen durch den Verkauf von großen Rindfleischmengen in die Türkei. „Wir wollen uns alle Vermarktungswege offenlassen“, sagt Norbert Marcher, Chef der Fleischwerke. Auch am Grazer Standort der Firma wird schon seit Längerem halal geschlachtet. „Das hat dort gut funktioniert. Es war naheliegend, dieses Angebot auch auf Klagenfurt auszuweiten.“

Besonders dreist: Der 1929 als Viehhandel gegründete Kärntner Betrieb präsentiert sich nach außen hin besonders heimatbewusst. Auf der Internetseite ist von einer „Brücke zwischen Landwirtschaft und Konsument“ die Rede, ebenso von „artgerechter Tierhaltung“ und „tiergerechter Schlachtung“.

Leidvoller Todeskampf für die Tiere

Damit Fleisch für Muslime halal, also erlaubt ist, muss es streng nach dem islamischem Ritus geschlachtet werden. Dabei wird dem Schlachtvieh mit möglichst einem einzigen Schnitt die Halsschlagader sowie Luft und Speiseröhre durchtrennt. Diese Methode wird Schächten genannt. Wird der Schnitt nicht richtig ausgeführt oder ist das Messer nicht scharf genug, erleidet es schwer verletzt, röchelnd nach Luft ringend, einen mehrminutenlangen Todeskampf. Weil das Tier beim Schächten mit dem Kopf nach unten aufgehängt wird, fließt der Mageninhalt durch die Speiseröhre zurück und gerät in die direkt angrenzende Luftröhre. Keime aller Art gelangen in den Blutkreislauf und verunreinigen das Fleisch. In Frankreich sterben so jedes Jahr hunderte Kinder.

Schlachthof: Tiere werden vorher betäubt

Schlachthof-Betreiber Norbert Marcher teilt Unzensuriert.at in einem Schreiben mit, dass die Tiere nicht geschächtet würden:

Eine rituelle Schlachtung haben wir nie beabsichtigt, beantragt oder durchgeführt. Vielmehr lehnen wir eine rituelle Schlachtung (Schächtung) kategoritsch ab. Bei uns werden Tiere ausschließlich nach vorhergehender, wirksamer Betäubung geschlachtet. [...] Es gibt keinen leidvollen Todeskampf bei den von uns geschlachteten Tieren.

Die Schlachtung in Übereinstimmung mit der IIDZ-Zertifizierung erfolgt hinsichtlich aller tierschutzrelevanten Aspekte ident jeder regulären Schlachtung, wie diese in den führenden österreichischen und europäischen Rinderschlachtbetrieben durchgeführt wird.

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